Jürgen Wagner

Wie es zur Dichtkunst kam

 

Die Poesie: ein Kind des Friedens 

künden Sagen alter Zeit

Denn wer spricht, hört und versteht

meidet Habgier, Krieg und Streit

 

Die Götter schlossen einstmals Frieden

und vermischten ihre Kraft

Dann, als Zeichen ihres Bundes, 

spuckten sie in e i n e n Napf 

 

Und formten einen Zwerg daraus,

großer Weisheit, Redekunst

Ein jeder musst' ihn einfach hören,

hoch stand er in der Menschen Gunst

 

Zwei Zwerge wollten Weisheit haben, 

lauerten ihm einmal auf

Erschlugen ihn ganz hinterhältig

nahmen diesen Mord in Kauf

 

Nun hatten sie den Lebenssaft, 

brauten einen feinen Met

aus s e i n e m Blut und i h r e m Honig

Fehlt nur einer: der Poet!

 

Die Dichtkunst war nicht ihre Sache,

ihrer Habgier Freude kurz

Suttungr hatte eine Rechnung offen

Alles andre war ihm schnurz

 

Der Riese forderte den Trank, 

versteckte ihn in einem Berg

Tochter Gunnlod musste ihn bewachen

Dichterei war nicht ihr Werk

 

Der Odin hat davon erfahren

Dient beim Nachbarries ein Jahr

Zusammen bitten sie Suttungr

Der aber weist sie ab glasklar

 

Der Gott bohrt in den Berg ein Loch, 

kriecht als Schlange schnell hinein

Gunnlod findet ihn bezaubernd,

drei Nächte währt das Stelldichein

 

Dann durfte er ihn endlich haben,

trinkt drei Kessel einfach aus

und schwingt als Adler sich nach oben,

bringt den Skaldenmet nach Haus

 

So wurden auch die Götter weise

Asen hüteten den Trank

und spendeten ihn vielen Menschen

Ihnen gilt der Dichterdank!

 

 

Drei Säfte waren es nach der altnordischen Mythologie, die zur Poesie führten: der Speichel der Götter, das Blut eines Weisen und der Honig der Zwerge. Sie schufen jenen Skaldenmet, den 'Trank der Begeisterung'. Der Gott Odin war es, der den Met von dem Riesen ins Götterreich zurückholte und damit die Grundlagen schuf für menschliche Weisheit, Inspiration zu Dichtung und Gesang.

Bild: Odins Horn, valdis torms/fotolia

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