Brigitte Waldner

Der Räuber kam nach Mitternacht


Der Räuber kam nach Mitternacht
und hat die Waffe mitgebracht,
die meiner Mutter einst gehörte,
die letzten Jahre vor dem Tod,
als selbiger beim Schlafen störte,
er hat sie damals oft bedroht.

Er suchte ständig was im Raum,
besprach man es, hieß es: „Ein Traum“.
Vor mir stand er nun in der Türe,
mein Blutdruck stieg, mein Herz schlug wild,
ich fühlte, dass ich gleich krepiere,
und seh noch immer dieses Bild.

Er hielt die Waffe gegen mich,
und vor dem Türblatt hielt er sich,
ich täuschte vor, ich würde schlafen,
beim Blinzeln sah ich die Gestalt,
vor Ängsten, die mich plötzlich trafen,
verspürte ich zu viel Gewalt,

darum hab ich mich nicht gewehrt.
Er hat dann den Tresor geleert.
und Schmuck und Bargeld mitgenommen,
den Schlüssel hatte er geklaut,
hab ihn bis heute nicht bekommen,
und als er ging hab ich geschaut;

ich sah, wo er den Zaun bezwang,
und war geschockt, dass es gelang,
mich immer wieder auszurauben.
Ich ging nicht mal zur Polizei,
sie würde mir ja doch nicht glauben,
Ich öffnete den Mund zum Schrei,

als ich den Räuber wieder sah,
schon Tage später war er da,
und es versagte meine Stimme,
ich brachte keinen Ton heraus,
und dann geschah das furchtbar Schlimme,
es schoss aus dem Revolver raus.

Zwei Schüsse gab der Räuber ab,
und flüchtete den Hang hinab.
Dorthin darf ich ihm niemals folgen,
sonst stößt er mich hinab zum Fluss,
die Sonne schien am Himmel golden,
und fühlt nicht, was ich fühlen muss:

Der Räuber hat ein kaltes Herz,
so kalt wie Februar und März,
Respekt vor fremdem Eigentum
hat er bis heute nicht gelernt,
erzogen einst zum Räubertum,
von den Gesetzen weit entfernt.

© Brigitte Waldner

Foto: (c) Brigitte Waldner "Trügerische Idylle, Raub, Erpressung, Terror-Gegend"

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 13.01.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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