Horst Fleitmann

Poetengeheimnis

Ein Dichter schrieb im Dämmerlicht
für seine Liebste ein Gedicht.
Voll Innbrunst hat er in der Nacht
die schönsten Zeilen sich erdacht.
Am Morgen würde sie erwachen
und freudig große Augen machen
wenn sie das Werk erhält per Mail,
dass er jetzt für sie dichtet schnell.

Die Verse-Liebessaat in Reimen,
sie soll, sie wird, sie muss nun keimen.
Mit Weh mit Ach und Wonne auch
schrieb er die Zeilen „Aus dem Bauch.“
Die Kirch-Uhr wies schon gegen vier
da leerte er das zehnte Bier.
Man sah wie er den Finger hebt
der über „Absenden“ kurz schwebt.

Doch als Gedichte-Überbringer
versagte letztlich dieser Finger,
bevor das „Send“ wird angeklickt
war der Poet kurz eingenickt.
Verschreckt las er (und glaubt es kaum)
seinen verkorksten Schrieb im Traum.
Warum benutz der Dichter auch
statt seines Kopfes nur den Bauch?

Willst du die Liebste überraschen,
mit Dingen, die ihr Freude machen,
kannst du wohl reimen, gern auch schüchtern
auf alle Fälle aber nüchtern!
In dem besagten Falle hier,
konnt‘ es nichts werden, wegen Bier.
Was der Poet im Suff tat schreiben,
soll ewig sein Geheimnis bleiben.

© Horst Fleitmann 2019

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