Olaf Lüken

Der letzte Fisch


Ich bin kein Angler und kein Narr.
Was ich erzähl' ist dennoch wahr.
Im Teich, still, hell und klar,
ein Karpfen sein Junges  gebar.

Das Fischlein wuchs recht glücklich auf,
am Anfang seines Lebenslaufs.
Schwamm fröhlich und putzmunter,
den Teich hinauf und runter.

Jahre verflogen, Mutter war tot,
der Junge sorgte sich ums Brot.
Ein Angler warf nachts  seine Rute,
Der Karpfen biss zu. Der Gute.

Dann wurde es um ihn ganz still.
Ich seh' ihn noch auf einem Grill.
Der Teich, heut' weder hell noch klar,
kein Fisch seitdem mehr  zu sehen war.

Am Ufer liegen seine Gräten.
Zu Ende sind die lauten Feten.
Der Teich ist voller Dreck und Müll.
Sein Ende macht mich lall und lüll.

Fische sind meine Freunde

Fische sind meine Freunde.
Und meine Freunde ess' ich nicht.

Des Fisches Augenschmaus

Seine Augen können sehen,
Seine Lider sind Teil seines Gesichts.
Seine Lider kann er nicht drehen,
passen in jedes  Linsengericht.


(c) Olaf Lüken (2019)

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 31.01.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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In den Gedichten hat der Autor das lyrische "Ich" durch ein vorwiegendes lyrisches "Du" bzw. "Wir" ersetzt, was eine kollektive Nähe zum Geschehenen hervorruft.
Die sehr eindrücklichen Beschreibungen leben von den vielen Metaphern und Vergleichen.
Eine klare und leicht verständliche Sprache sowie wohlgeformte Reime ermöglichen dem Leser einen guten Zugang zu den Gedichten.
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