Brigitte Waldner

Rollmöpse


Mein Nachbar hat mich nach und nach
bei Tag und Nacht geplündert.
Wenn ich nicht da bin, geht er ungehindert
auf mein Grundstück und probiert
bei Türen und bei Fenstern,
ob sie sich öffnen ließen, und wenn nicht,
dann hilft er nach. Mit einer Aluleiter
kommt und steigt er ein.
Er plündert immer weiter.

Er klaut die Schlüssel und Berechtigungskarten
und macht sich Schlüssel nach,
um spurlos einzubrechen.
Ich muss die Schlösser sehr oft tauschen.
Die Räuber überwältigen mich im Schlaf,
nachdem sie mich mit KO-Tropfen berauschen.
Und hinterher ist mir mit Hämatomen
mein Körper übersäht und ich weiß von nichts.
Wenigstens bin ich während der Vergewaltigung
bewusstlos. Nur aus den Schmerzen
schließe ich das. Der 70-Jährige ist krank,
der 50-Jährige ist derzeit mit einem Mann
auf Urlaub mit dem bei mir geraubten Geld.

Was ihm gefällt, das nimmt der Alte mit
von der selbstgemachten Betonplatte bis zum Bier.
Mein Grundstück ist sein Raubrevier.
Seit 1970 klaut hier der Vater
und sein Sohn und seine Mutter passt auf.

Mein Nachbar hat mir oft gedroht,
wenn ich eine Anzeige erstatte,
lässt er mich in die Psychiatrie einweisen
und mir den Führerschein entziehen.
Er hat mich früher oft verleumdet.
Das habe ich sehr ernst genommen,
und mich zurückgehalten.
Aber der Stress, den er mir macht mit Gift,
ist unerträglich. Er mischt in mein Essen
öfters was hinein, das ich nicht gut vertrage,
weshalb ich vor 2 Monaten angezeigt habe.

Die Polizei geht dem nicht nach,
weil er konsequent leugnet.
Der Nachbar darf mit mir machen, was er will.
Er hat sogar für 220 Euro im Jahr
von mir Strom verbraucht.
So hoch war die Nachzahlung noch nie.
Ich hatte immer Gutschriften zuvor.

Wenn ich was sage, heißt es: „DU sei still,
wie DU an deinem Geld hängst,
vielleicht braucht es ja der Nachbar!“
Das Trio hat ein Gesamteinkommen
von zwei Pensionen und einem PC-Spezialisten-Gehalt
in der größten österreichischen Straßenbaufirma.

„Was würdest du machen, wenn ein Erdbeben kommt,
oder ein Feuer, ein Wasser, ein Krieg?“
Das ist ja kein Vergleich mit einem Raub durch Nachbarn
und die zahlreichen mutwilligen Beschädigungen
an meinen Gebäuden und an meinen Sachen.

In meine Ohren wird geschrillt:
„Wie DUUU an deinem Geld hängst,
wie DUUU an deinem Geld hängst,
wie DUUU an deinem Geld hängst,
statt dass du dein Leben dem Heiland übergibst!“

Wie oft soll ich mir das noch anhören,
dass ich mich freiwillig umbringen soll?
Mir träumt davon schon bis zur Übelkeit.
Mit geistlosem Gerede versucht man,
mein Gehirn zu verdrehen und zu betören,
um mich gefügig zu machen.

Ich sei die größte Sünderin.
Was habe ich getan?

Sie reden Unsinn,
da sie vor lauter Gier nicht mehr zurechnungsfähig sind.
Sie haben die Sparbücher meiner Eltern
ein paar Jahre vor deren Tod geplündert,
um mir dann vorzuwerfen:
„Wie du an deinem Geld hängst,
statt dass du dein Leben dem Heiland übergibst!“

Wie Rollmöpse kommen sie daher, die Räuber,
die sich einen Bildstock mit Marienstatue
an die Hauswand gebaut haben,
um vorzutäuschen, dass sie sehr gläubig sind,
in Wahrheit aber ein Doppelleben führen,
und ihrer Tochter haben sie mutmaßlich
von meinem Geld ein neues Auto gekauft.
Sie halten sich streng an das Sprichwort:
Ehrlich währt am längsten und wer nicht stiehlt,
der kommt zu nichts.

© Brigitte Waldner

Foto: © Brigitte Waldner „Das neue Auto der Räubertochter, das mutmaßlich mit Geld bezahlt wurde, das ihr Bruder aus meiner Geldkassette geraubt hatte.“
 

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