Norman Dunfield

Ruine

Grau ist Dein Bart, tief Deine Falten,
und Deine Augen sind fast blind.
Niemand ist da, Dich zu erhalten,
weil alle in der Zukunft sind.

Stumpf ist Dein Kleid, leer Deine Zimmer,
längst gabst Du Deine Träume auf.
Vergangenheit währt nicht für immer.
So ist nun mal der Zeiten Lauf.

An jedem Tag und in den Nächten
bist Du nur dem Verfall geweiht.
Auch weiterhin wird man Dich ächten
und überlässt Dich Deinem Leid.

Wie die Ruine fühlt sich auch
der Greis in seiner Ecke.
Erinnerung geht auf in Rauch;
ihm bleibt nur seine Decke.

Träume sind längst nicht mehr das Ziel
im Dunst der letzten Tage.
Wer nichts mehr braucht, bekommt nicht viel.
Er wird vielmehr zur Plage.

Zerbröckelt, alt und ausgebrannt
steht im Gesicht geschrieben;
und niemand reicht ihm mehr die Hand,
niemand ist ihm geblieben.

An der Ruine wächst das Laub
hinauf an alten Wänden,
und es verdeckt den Grabesstaub,
denn hier wird es bald enden.

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