Brigitte Waldner

Das Raubkomplott


Ein Nachbar ist ein Bösewicht,
er raubt und er erpresst,
weil ihn die Polizei
das Schlimmste machen lässt.

Die Menschen rundum sehen nicht,
was hinterrücks geschieht,
sie sind ja nicht dabei,
weil jeder sich verzieht

in seine heile Wunderwelt
im Traumland Österreich,
wo Nachbarn narrenfrei
erplündern Räubern gleich.

Der Räuber holt sich bares Geld,
und hebelt Fenster aus,
das ist halt so, ja mei,
er ruiniert das Haus.

Das wird wohl alles rechtens sein,
kann sein, dass er es braucht,
das sagt der Papagei
und ist dann abgetaucht.

Die Räuber trinken Beerenwein
und essen Kirschkompott,
was auch gestohlen sei,
sie leben wie ein Gott

auf Kosten Dritter, unbemerkt,
sie stehlen, was man hat,
vorbei an Polizei
und leugnen jede Tat.

Der Räuber lädt den Wachechef
zum Mittagessen ein,
so ganz nebenbei
bekommt er Reh zum Wein.

In ihrer Laube feiern sie
im Garten nebenan,
das setzt den letzten Schrei:
Das Opfer sieht den Mann.

Der Räuber wird dort motiviert,
sein Opfer auszuplündern,
man hört sie reden, ei,
man kann es nicht verhindern.

Sie trinken sehr viel Alkohol,
aus dem die Wahrheit spricht,
dann fahren sie vorbei,
als wäre alles nicht.

© Brigitte Waldner

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