Bernhard Pappe

Der Tod – eine ferne Nähe

Der Arbeitstag ist vorüber,

Vorfreude auf einen Abend.

Ein letzter Gruß für den Tag:

„Euch einen schönen Feierabend und bis morgen.“

„Was, wenn ich nicht komme?“ sage ich manchmal scherzhaft.

„Warum solltest du nicht kommen?“

Morgen frö wills God, wöl wi uns wedder spreeken.

(Kein Spruch, nur das bekannte Kinderlied).

Feierabend – Man soll die Feste feiern, wie sie fallen!

(Ein Spruch tiefer Weisheit.)

Du wirst geweckt, durch einen Wecker, vielleicht weckt dich ein Mensch – Alltagszeremonie.

Dusche, Kaffee oder anders herum.

Du machst dich fertig für den Tag – Tagesaussichten.

Du gehst und fällst um,

und bis tot, einfach so.

Aus, die Maus.

Ende im Gelände.

Unverhofft kommt oft!

(Das ist mal jetzt ein blöder Spruch.)

Der Tod, kein Abstraktum, keine ferne Nähe.

Du bist mitten drin und guckst dumm,

beschaust dir deine diesseitige Finalität.

Mir ist das nicht passiert!

Schließlich sitze ich hier und schreibe das auf. –

Gott sei Dank!

(Nur eine Floskel?)

Im Gestern passierte genau das einer Frau, die kenne, verkehrt,

die ich kannte, sie ging ja von uns.

(Wieder nur eine Floskel).

Sie lag auf dem Boden in der Lache finaler Realität, man holte sie ab.

Diejenige, die noch nicht so alt war, die nicht krank war, die nichts hatte

und sich dennoch den Tod holte aus einer Ferne in ihr Heute, das gestern war.

Nachher gehe auch ich frohen Mutes – nur zur Arbeit, so mein Vorhaben.

Später, nach Stunden, einen guten Feierabend wünschen

und kommt gut nach Hause, werde ich rufen.

Wohin euch euer Weg auch führen möge.

Morgen früh, wenn Gott will, wirst du wieder geweckt.

Mein Wecker läutet seine Laute – der Knabe stößt in sein Wunderhorn.

© BPa / 02-2019

Guten Abend, gut’ Nacht, mit Rosen bedacht…
Nein, mit Gedanken und Worten, denn die Idee zum Gedicht kam mir im Bett.
Ich sitze hier, kann aus jenen Nachtgedanken das Gedicht formen.
In Dankbarkeit für den Alltag, der gleich beginnt, wenn das Morgengrauen seine Schleier lüftet.
Bernhard Pappe, Anmerkung zum Gedicht

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