Thomas S. Lutter

Komm, laß uns Feinde töpfern


Wer Feinde sucht, der zaubert
auch da, wo keine sind
wie Hasen sie aus Hüten
der Magier geschwind

Man formt sie aus dem Tone
und haucht den Odem ein
Da muß man freilich göttlich
und ja, berufen sein

Die Nattern nährt man sattig
an staatsgedienter Brust
wird man gebissen, hat man's
mal wieder nicht gewußt

Den wahren Mob verhätscheln
sie wie die eig'ne Brut
man streitet und verteidigt
ihn selbstlos bis auf's Blut

Sind Feinde Mangelware
dann kneten wir uns drei
weil einer nicht genug ist
und mehrer sind als zwei

Komm, laß und Feinde töpfern
das wäre doch gelacht
Vom Bürger, hin zum Drecksack
in einer Nacht gemacht

Respekt, Respekt, ihr Braven
das ist nicht schlecht getan
Das muß man erst mal schaffen
Reelles aus dem Wahn

So formen sie Armeen
kreieren einen Krieg
und führen auf dem Schlachtfeld
die Raserei zum Sieg

Und so kommt eins zum andern
Erst wenn die Hölle los
verzweifeln sie und rätseln:
"Wer tut denn sowas bloß?"

© Thomas S. Lutter

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