Janna Ney

Schnick Schnack Schneck



Am Fuße einer hohen Linde
vermodert ein Stück alte Rinde.
Dort wohnt Anett, das Schneckenweib.
Es trägt die Augen hoch auf Stielen
und kriecht auf einem rosa Leib.
Ich sah es aus dem Fenster schielen!

Dann hörte ich es leise klagen:
Ich muss mich stets alleine plagen!
Wo bleibt er nur, mein Schneckenmann,
mit dem ich durch das Leben schleiche?
Es seufzte tief, derweil es sann.
Schräg vis à vis, an einer Eiche,

begann der Hannes seine Tour
und folgte schleimig jener Spur,
die ihn Tags drauf zur Linde brachte.
Dort hielt er an um Nettes Hand;
die aber spottete und lachte:
Du bist wohl nicht mehr bei Verstand?

Dein nackter Leib kann nicht entzücken,
denn etwas fehlt auf deinem Rücken!
Ich nehme nur den Schneck zum Mann,
bei dem ich Schutz und Wärme finde!
Und weil ein Nacktschneck das nicht kann,
sag ich dir unverblümt: Verschwinde!

An einem Julitag bei großer Hitze
- Anettchen spähte durch die Ritze -
verschluckte sie sich und schrie: Ach!
Da draußen steht mein Mann mit Haus!
Sie wohnte - bis zum ersten Krach –
bei ihm. Dann zog sie wieder aus.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 04.03.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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