Thomas S. Lutter

Wir

(Status Quo von Politik und Gesellschaft)

Von denen geführt, die geführt werden müßten
wie Blinde, die Sehenden Farben erklär'n
Von diesen Geleerten, die lehren, was nottut
damit wir uns nicht ihrer Leere erwehr'n

Wo Lahme im Rollstuhl den Gehenden sagen
wie's Gehen so geht, wenn man's selber nicht kann
Wo's Ende absehbar in deutlichen Zeichen
da glaubt man, man finge beim Anfang erst an

Von denen, die schielen und jene verurteilen
die gradeaus seh'n auf die Realität
Auch denen, die in ihren Traumwelten leben
kommt selbst die Erleuchtung des Himmels zu spät

Wo Lügner die Lüge zur Wahrheit erpressen
wo's Sitte ist, daß man die Sitten verdrängt
Wo Täter begnadigt und Opfer verspottet
da wird auch der Heiligsten einer gehängt

Wo man fremden Riten und Ansichten huldigt
und sich mit den Tücken des Bösen vernetzt
Wo man sich des eigenen Gottes entledigt
und durch neue Götter und Götzen ersetzt

Von denen, die ihrer selbst so überdrüssig
daß ihnen die eigene Herkunft verhasst
von denen erwartet man nichts mehr als Unheil
drum rüstet Euch seelisch, seid mutig, gefasst

Denn diese sind jene, die über uns wachen
die uns unterdrücken. Sie nennen's regier'n
Sie mögen sich selbst nicht, die Heimat, die Herkunft
und wünschen dem allem das schnelle Krepier'n

Wir werden's nicht ändern, wenn wir es nicht wollen
Wir haben im Grunde schon kapituliert
So ist das mit Kriegen und Unrechtsregimen
daß erst was passiert, wenn schon alles passiert!

© Thomas S. Lutter

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