Jürgen Wagner

Die Geburt des Menschen

 

Im Schoss der Tierheit lange geruht
Kam er hervor mit Geist und Mut
Ein guter Läufer auf zwei Beinen
Die Hände nutzten scharfe Steine

 

Er war nicht mehr wie and’re Affen
Er formte Werkzeug, machte Waffen
Bezähmte Feuer, kochte Essen
Und konnt' sich bald mit jedem messen

 

Mit seiner Macht wuchs auch sein Stolz
Er war doch aus ganz and’rem Holz
Als all die and’ren Tiergeschwister
War Gottes Kind und sein Minister!

 

So wurd‘ die Erd‘ das Menschenreich
Und prinzipiell war’n alle gleich
Die Pflanzen durften auch dort sein
Und ein paar Tiere obendrein

 

Vergessen hat das mächt‘ge Tier
Woher es kommt, in seiner Gier
Ist's doch mit allen hier verwandt
Und knüpft am großen Lebensband

 

Es darf die Erde nicht zerstören
Es muss die leise Stimme hören:
Du träumst von anderen Planeten?
Du kannst doch diesen Garten pflegen!

 

Soll dieser Mensch erwachsen werden
Müsst‘ er sich rücksichtsvoll gebärden
Von Machtdrang und der Gier genesen
Um eins zu sein mit all den Wesen

 

 

Bild: lumen-digital/Adobestock

 

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