Elke Abt

Die Hummelkönigin

Die Hummelkönigin erwacht

aus ihrem Schlaf im Mauseloch, 

wohin sie sich im letzten Herbst

zum Überwintern schnell verkroch.

Sie räumt das trockene Gras beiseite,

mit dem sie einst das Loch verschlossen,

und kriecht erwartungsvoll ins Freie,

wo sie die Sonne hat genossen.

 

Sie schüttelt ihren Hummelpelz

und lässt sich von der Sonne wärmen,

danach putzt sie den ganzen Körper

und spürt den Hunger in den Därmen.

Sie muss schnell einen Wohnraum finden,

geräumig, trocken und apart,

um einen neuen Staat zu gründen –

sie ganz allein, nach Hummelart.

 

Am Rande einer großen Wiese

erspäht sie atemlos und schlau

den großen und sehr gut getarnten

Eingang vom Kaninchenbau.

Die Mieter sind längst ausgezogen

oder gar vom Fuchs gefressen,

unserer Hummel ist’s egal,

sie fliegt hinein, um auszumessen.
 

Gesehen und für gut befunden,

geht sie auf Nahrungssuche nun,

denn für geplante Staatenbildung

gibt es noch allerhand zu tun.

Sie muss rasch kleine Kammern bauen,

in die hinein sie Eier legt,

und nach dem Schlüpfen vieler Larven

werden die von ihr gepflegt.

 

Sie dienen als Arbeiterinnen,

die pflichtbewusst die Kinder pflegen,

da ihre Hummelkönigin

beschäftigt ist mit Eierlegen.

Obwohl sie die Monarchin ist,

sieht sie nie mehr den Sonnenschein,

pausenlos sorgt sie für Nachwuchs

und geht im Herbst elendig ein.


 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 16.03.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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