Janna Ney

Machs gut, altes Haus

Wie viele Menschen hast du gut behütet

und selbst zwei Kriege schadlos überstanden.

Manch stürmisch Wind hat über'm Dach gewütet.

Darunter, wo sich Schwalbennester fanden

und wilder Wein bis an die Fenster kroch,

es täglich aus der Küche köstlich roch,

darunter lebten Menschen, jung und alt,

sie lachten, weinten, spielten, aßen, schliefen;

du schenktest ihnen Wärme, Platz und Halt.
 

Und über all dem bunten Leben liefen

die Jahre fort. Du wirktest strapaziert

doch plötzlich war kein Mensch mehr int'ressiert

an deinen viel genutzten hohen Räumen,

den Flügelfenstern und den Sandsteinmauern,

dem Garten mit den sturmerprobten Bäumen.

Nicht zeitgemäß. Sie ließen dich versauern,

 

bis deine starken Mauern Risse zeigten

und Schieferplatten sich vom Walmdach lösten,

die Zimmerdecken sich zum Boden neigten

und die Tapeten jede Wand entblößten.

Nun musstest du der Abrissbirne weichen.

 

Man ließ die Zeit nicht tatenlos verstreichen,

bald stand auf deinem Platz ein neues Haus;

ein Betonklotz, so seelenlos und kalt;

kein Duft, kein Kinderlachen weht hinaus;

doch trotzig drängt aus einem kleinen Spalt

nebst Schotter und Gestein ein Löwenzahn

und bricht sich unaufhaltsam seine Bahn.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 23.03.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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