Andreas Vierk

Orchestra

 

Für Aischylos, Sophokles, Evripides, Agathon, Giorgos Seferis,
Jannis Ritsos und Odysseas Elytis, zerrieben zwischen den Worten

 

 

Dies ist die Zeit. Die große Zeit des Sterbens.
Auf jeder Schulter murren leise Käuze,
auf allen Wirbeln brennen kleine Kreuze.
Wir wurden müd des Rauschs und Silbenkerbens.

Und kaum gezeugt, sind wir dem Tod geweiht.
Man sät uns zwischen weißen Steinen aus.
Das Schweigen baut im Marmorschutt ein Haus.
Wir schlucken Kalk und Staub. Dies ist die Zeit,

die wasserklare Stunde der Gewalt,
des bangen Wartens und der Siebenschläfer,
Karossenschrott der alten VW-Käfer.

Jetzt rieseln Steine über den Asphalt.
Der Horizont verhält. Wir sind entsetzt.
Dort hinten naht die Zeit. Nicht später. Jetzt.





 

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Septemberstrand: Gedichte Taschenbuch von Andreas Vierk



Andreas Vierk schreibt seit seinem zehnten Lebensjahr Prosa und Lyrik. Er verfasste die meisten der Gedichte des „Septemberstrands“ in den Jahren 2013 und 2014.

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