Andreas Vierk

Aus Thrakien



 

Was dich einst kleidete in jungen Wein,
was atmet und sich fließend wandeln kann:
mich fiel das Glück gleich Leoparden an.
Evridike, muss ich zerbissen sein?

Zerfällt der Halbkreis schon wie alte Seife,
in dem sich Flammen wie Choreuten drehten,
durch Felsenräder gelbe Schatten wehten,
Evridike, einst in der Apfelreife?

Evridike, bist du noch hinter mir?
Droht noch dein Pochen an mir zu ersticken?
Umschäumen deinen Schoß noch die Braunellen?

Mich beißt im Rücken hindenwunde Gier,
mich umzudrehen und nach dir zu blicken,
ins Gestern stolpern unter Gift und Schnellen.




 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 28.03.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Andreas Vierk schreibt seit seinem zehnten Lebensjahr Prosa und Lyrik. Er verfasste die meisten der Gedichte des „Septemberstrands“ in den Jahren 2013 und 2014.

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