Janna Ney

Durchgänger

 

 

Im Schlafsaal war es schon seit neun Uhr dunkel,

doch Peter konnte sie auch jetzt noch sehen:

Es waren weiß gekleidete Gestalten,

sie forderten ihn auf, hinaus zu gehen.

Sein Kopf zerbarst fast. Stetiges Gemunkel

trieb ihn voran, es gab für ihn kein Halten.

 

Der Pfleger schlief mit hochgelegten Beinen;

Er merkte nicht, wie sich die schmale Hand

bedächtig in die weiße Kitteltasche stahl,

wo sie den Bund mit vielen Schlüsseln fand.

Und Peter wusste, es gab diesen einen,

der ihm erlaubte, was der Kopf befahl.

 

Das Haus lag still, die Gänge waren leer,

bis auf die weiß gekleideten Personen,

die ihn auf seinem Gang stumm eskortierten.

Er hatte nie gewusst, dass sie hier wohnen,

es schien, als wären sie ein Riesenheer,

das ihn zu dem ersehnten Ziele führte.

 

Sie schritten durch die Nacht und überquerten

die Straße, so als wollten sie verreisen,

denn hier gings durch ein Feld zu den Geleisen.

Und Peter glaubte den Befehl zu hören,

er legte sich genau zwischen die Schienen,

was die Gestalten ihm auch nicht verwehrten.

Das letzte, was er hörte, war ein Dröhnen.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 30.03.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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