Andreas Vierk

Der Ewiggestrige




Er war ein Mann von 90 Jahren,

ehrwürdig unter weißen Haaren.

Im Krieg, Beruf, das Sein war schwer,

die Kunst jedoch, sie blieb ihm hehr,

obwohl sein Leben einfach war.

Die Zeit floss weiter, Jahr um Jahr.

 

Musik war gut, wie Bach sie machte.

Die ging ihm auf! Sein Herze lachte!

Doch was nach Bach und Mozart kam,

das ist nur Lärm und macht ihn gram.

Doch will die Zeit es weitertreiben,

dann kann selbst Heino nicht mehr bleiben.

 

Ein Bild, abstrakt, kann er nicht leiden,

Impressionismus will er meiden.

Ein Schiff im Sturm, ein Häuschen, klein,

so ist es gut, so muss es sein.

Doch alles, alles geht vorbei,

auch die Höhlenmalerei.

 

Nur Goethe konnt‘ Gedichte schreiben,

muss unter der Perücke bleiben.

Gedichte sind, so wie sie waren,

in Marmor vor dreihundert Jahren.

Und deshalb muss ihn sehr verdrießen:

Zeit bleibt nicht stehn, will weiter fließen.

 

Wir alle, alle müssen sterben,

dann machen Neues unsre Erben.

Auch wenn sie uns zu Recht verehren,

selbst wenn sie sich um uns nicht scheren.

Kunst ändert sich, auch Lied und Maler.

Sonst blieben wir Neandertaler.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 10.04.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Andreas Vierk schreibt seit seinem zehnten Lebensjahr Prosa und Lyrik. Er verfasste die meisten der Gedichte des „Septemberstrands“ in den Jahren 2013 und 2014.

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