Heidi Schmitt-Lermann

DER WASSERTROPFEN

Jeder Tropfen hat seine Eigenleben.
Mit Wasser füllt er seine bunte Welt.
So bricht er Farben prismaartig eben,
fließt dorthin, wo`s auch zusammenhält.

 

Im Sturm kann peitschend sich verlieren,
wo Wassermassen auseinander treiben.
Wo Wellen hoch sich dann zusammenschnüren
und türmend sich gern and`re einverleiben.

 

Die Sonne schleckt dann all die Tropfen.
Als Nebeldunst steigen sie auf zum Himmel.
Um sich als Wolke gemeinsam aufzupropfen
und um erneut zu fallen im Getümmel.

 

Alles, was im Wasser lebt ist angewiesen,
dass dieser Kosmos die Möglichkeit erfüllt,
lebendig dieses Leben zu genießen.
Die Gleichung in jedes Maß gehüllt.

 

Was alles so an einem Tropfen hängt,
ist unbezahlbar und so wichtig hier.
Wo alles schließt und doch wieder anfängt.
Ohne das, gibt`s keinen Menschen und Getier.

 

© Heidi Schmitt-Lermann

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Seinen wohlverdienten Urlaub hat sich Kommissar Heinz Kelchbrunner anders vorgestellt: Erst stößt er beim Graben in seinem Garten auf menschliche Gebeine, dann beschäftigt ihn ein weitaus aktuellerer Todesfall in seiner freien Zeit: Anna Einarsdóttír wird beim Spaziergang von einem Ast erschlagen – und das ist, wie sich herausstellt, nicht dem stürmischen Wetter geschuldet. Kelchbrunner und seine Kollegin Katharina Juvanic nehmen die Ermittlungen auf. Die Spur führt schließlich nach Island, die Heimat der Toten, und zum geplanten Bau eines Staudammes, der eine wertvolle Naturfläche akut gefährdet. Dass Kelchbrunner von oberster Stelle dorthin beordert wird, um weitere Nachforschungen anzustellen, kommt dem umweltbewussten Kommissar gerade recht. Vielleicht gelingt es ihm, nicht nur Licht ins Dunkel zu bringen, sondern gleichzeitig seine eigenen Schlafstörungen und einen schmerzhaften Verlust zu überwinden. Kaum in Island angekommen, muss er sich jedoch gleich mit störrischen Behörden und verstockten bis feindseligen Einheimischen auseinandersetzen. Es scheint, als sei niemandem hier an der Auflösung des Falles gelegen …

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