Horst Fleitmann

Tanz in den Mai

Vor etwas mehr als dreißig Jahren
plante zum Tanztee ich zu fahren.
Ich wollte tanzen in den Mai

mit Maibock-Bier vielleicht dabei.

Ging hin zum Feiern und zum Lachen,
suchte Bekanntschaft auch zu machen

mit Damen, blond, schwarz oder braun
weil sie so lieblich anzuschau'n.

Nach ein zwei Stunden Beine schwingen
fing ich schon langsam an zu singen,
denn eines hatt´ ich nicht bedacht:
Dass Maibockbier ganz lustig macht.

Ich wachte auf am nächsten Morgen
in fremdem Bett mit höchsten Sorgen.
Sah weder Hose, Socken, Hemd
und auch die Frau links war mir fremd.

Beim nähern Hinseh´n wurd´ mir klar
dass dies kein guter Abend war.
Denn wäre nüchtern ich geblieben,
hätt´ ich mich dort nicht rumgetrieben.

So schlich ich aus dem Bett heraus,
machte die Nachttischlampe aus,
fest hoffend dass sie mich nicht hört.
Würde sie wach, wär ich verstört.

Ich kannte nicht mal ihren Namen.
Sie war zwar hübsch mit langen Haaren,
doch peinlich wär´s, würd´ sie erwachen.
Wo war‘n nur meine Anziehsachen?

Das Maibockbier war noch aktiv,
gut, dass die blonde Schönheit schlief.
Doch die Geräusche die ich machte
waren zu laut - die Frau erwachte.

Auch sie rieb sich recht fest die Augen
und konnte es wohl selbst kaum glauben:
Ein nackter Mann stand jetzt vor ihr
Sie sagte: Das war´s Maibockbier!

Tief blickten wir uns beide an,
tiefer, als man’s erzählen kann.
Erst fand ich sie - dann sie mich nett
schon zog zurück es uns - ins Bett.

Die Kleider konnten liegen bleiben,
zu schön war es das süße Treiben,
vor etwas mehr als dreißig Jahren.
Mehr könnt ihr nicht von mir erfahren.

© Horst Fleitmann 2019

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