Brigitte Waldner

Nach zehn Jahren Taten aufgeklärt

Als meine Eltern Pflegefälle waren,
und ich sie in unserem Haus pflegte,
das war vor mehr als rund zehn Jahren,
passierte das, was mich bewegte:

Der Stiefvater lag blind im Bett,
er konnte sich nicht wehren,
da kam ein Geist, der war nicht nett,
er hörte mit dem Schlüssel sperren.

Er hörte Klappern mit Geschirr
er ging hinauf die Stiege,
er öffnete fast jede Tür,
man stellt es hin als Lüge.

Er fragte mich, wer das wohl sei,
vielleicht ein Personal,
das putzen kommt, das wäre neu,
das war noch nie der Fall.

So oft ich weg fuhr mit der Mutter
ins Krankenhaus zur Therapie,
kam dieser Troll - ein böser Räuber,
gesprochen hat er meistens nie.

Doch einmal hat er ihm gedroht,
wenn er ihn anzeigt, holt man ihn
ins Krankenhaus. Dann, Gnade Gott,
sei er bis Weihnachten dahin.

Mein Stiefvater war vollgeschmiert
mit Kot und auch das Zimmer,
der Räuber hat das aufgeführt,
behauptete der Stiefvater immer.

Die Brieftaschen der Eltern leer,
beraubt vom Unbekannten,
Probleme gab es mehr und mehr,
so manches kam abhanden.

Wir riefen nicht die Polizei,
da sie uns nie was glaubten,
erpresst von dieser Räuberei,
schockiert als die Beraubten.

Dieselbe Drohung machte mir
derselbe Jahre später,
durchschaue ich das jetzt und hier:
Der Nachbar war und ist der Täter.

Die Eltern sind schon lange fort,
der Fall ist aufgeklärt,
auf freiem Fuß der Räuber dort
und niemand, der mich hört.

© Brigitte Waldner
 

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