Gabriele Förster-Wöbke

Hoffnung


Am anderen Ende des Gartens,
dort, wo die Rosenstöcke blühen,
steht noch die Bank des Wartens,
während Wolken vorüberziehen:

Versteckt unter der Weide,
die sich zur Trauer neigt,
dort trafen sie sich beide.
Zu schnell verging die Zeit.

Sie träumten von dem Orte,
der ihre Liebe spürt.
Ersehnten eine Pforte,
die aus dem Garten führt.

Ob sie sie jemals fanden,
weiß man nicht so genau.
Es heißt nur, sie verschwanden
sehr früh im Morgentau.

 

(© 2019 Gabriele Förster-Wöbke)

Hallo Ihr Lieben,

wenn ich selbst solche Gedichte lese, verstehe ich meistens nur "Bahnhof". Darum habe ich hier versucht auch einmal diese Art von Gedicht hinzubekommen. Am Anfang hatte ich nur zwei Begriffe auf dem Papier: Rosenstock und Trauerweide. Da wuchs dann ein großer Garten umrum und plötzlich war die Idee da:

Der große Garten gehört zu einer Art Schloß, indem jetzt ein Museum ist. Der Erzähler führt eine Gruppe durchs Museum und zeigt durchs Fenster in Richtung der weit entfernten große Trauerweide unter der immer noch die alte Bank steht, auf der sich einst zwei junge Menschen heimlich getroffen haben. Es war eine verbotene Liebe. Entweder waren sie zu nah verwandt oder sie war vielleicht schon zwangsverheiratet. Vielleicht war es auch eine homosexuelle Liebe. Oft hat einer von beiden vergeblich gewartet. Ihre Treffen waren immer nur kurz. Eines Morgens waren beide plötzlich verschwunden. Entweder sind sie aus ihrem Umfeld geflüchtet und haben ihr weiteres Leben inkognito verbracht oder sie wurden von der Familie verstoßen. Vielleicht gab es aber auch einen Ehemann und es kam zum Duell bei dem der Liebende verstarb und sie nahm sich anschließend das Leben. In den Chroniken der Adelsfamilie ist nur zu sehen, dass ihre Existenz ausradiert wurde.

Nun habe ich als Schreiber des Gedichts ja schon mehrere Interpretationsmöglichkeiten. Der Leser interpretiert das Ganze wahrscheinlich noch ganz anders, zumal weder Schoß noch Museum erwähnt wurden. Ich glaube, wie man solche Art von Gedichten interpretiert ist völlig egal. Wenn beim Lesen ein Bild von einer Geschichte im Kopf entsteht, dann hat der Autor den Leser erreicht.

Wenn beim Lesen keine Geschichte entsteht, dann versteht man eben nur "Bahnhof". Das macht dann auch nichts.

Liebe Grüße
Gaby
Gabriele Förster-Wöbke, Anmerkung zum Gedicht

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