Horst Fleitmann

Der Brabbelwanz

Als Vater Rhein mit Eis im Tross
im Winter hin zur Nordsee floss,
sah ich, in seiner vollen Pracht,
glaubt‘s mir, ich hätt‘ es nie gedacht:
Den Brabbelwanz.

Mit Blick ins kühle Nass hinein
erkannte ich, er muss es sein.
Als ich ihn anstieß, ungewollt,
sah ich wie er sich langsam trollt:
Der Brabbelwanz.

Grünbläulich leuchtete sein Schwanz,
der Rest erschien mir silbrig ganz.
Als er zur Nordsee schwamm hinunter,
sah er so glücklich aus und munter:
Der Brabbelwanz.

Es heißt, dass er sich Mal vergaß
als eines Anglers Bein er fraß.
Deshalb benannte (grauenhaft),
nach ihm man, eine Schankwirtschaft:
Zum Brabbelwanz.

Jetzt ziert den Eingang dort ein Schild
mit großem, handgemaltem Bild.
Man sieht darauf den Angler schrei'n,
als der verlor sein linkes Bein:
Durch Brabbelwanz.

Und kommt als Gast ihr in das Haus,
verhöhnt ihn nicht, sprecht es nicht aus,
sagt niemals „Das verdammte Vieh“
so einen Spruch verzeiht  er nie:
Der Brabbelwanz.

Ihr zweifelt? Dann kehrt dort nur ein.
Bestellt ein Bier Euch oder Wein ...
Und wenn's dann irgendwann Euch deucht,
dass ihr es hört, wie‘s schmatzt und keucht,
ist es der Brabbelwanz.

© Horst Fleitmann  2019

Nachsatz:
Ihr kennt vielleicht den Tazzelwurm
Drum läutet jetzt nicht alle Sturm.
Viktor von Scheffel stand mir bei
zu dieser lust'gen Reimerei:
Vom  Brabbelwanz

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