Bernhard Pappe

Die Dinge tun oder Der Fluch des Deutschlehrers


Lasset uns die Dinge tun!

Was für ein Satz! Was für undifferenzierte Allgemeinplätze dieser Satz beherbergt!

Ein Satz, der es Wert sein mag, den Fluch eines Deutschlehrers auf sich zu laden!

 

Mit der Nähe Blick wird sichtbar, dass man die Dinge auf verschiedene Weise zu tun vermag.

Lasset uns die Dinge tun, weil wir sie tun müssen. – Ein jeder Mensch muss sich nähren.

Lasset uns die Dinge tun, weil wir sie tun können. – Ein jeder Mensch kann erforschen oder erfinden.

Lasset uns die Dinge tun, weil wir sie tun wollen.  – Ein jeder Mensch kann sich in Liebe ergehen oder eine Geschichte verfassen.

Reihen sich nicht unzählige Beispiele aneinander, die das Müssen, Können und Wollen zu belegen in der Lage sind?

 

Natürlich vermögen wir es, die Dinge und ihr Tun in gebrauchter Sprache auszudifferenzieren.

Wir können zum Beispiel ein Brot backen.

Doch welches Brot?

Ein helles oder ein dunkles Brot?

Enthält das Brot Körner?

Wir können aber auch eine Straße entlang wandeln.

Doch welche Art Straße läge vor uns?

Ist es eine Straße, die von Bäumen gesäumt ist?

Ist es eine Straße zwischen Feldern gelegen oder schlängelt sie sich durch Häuserfluchten?

Spinnen wir den Faden weiter.

In welcher Tiefe gilt es, die Dinge und ihr Tun zu beschreiben?

An Mitteln der Sprache herrscht gewiss kein Mangel.

 

Die Dinge tun, dies ist ein Satz der Gegenwart.

Die Dinge, die getan, die Taten, die vollzogen, sie lassen sich in epischer Breite und aller sprachlichen Tiefe beschreiben.

Wir fügen bei mehrmaliger Erzählung Schmuckelemente hinzu.

Ist es nicht an dem? Nicht mehr ist es als Erinnerungskultur.

Dinge, die es zu tun gilt, sie liegen in der Zukunft.

Mittels gegenwärtiger Planung malen sich die Menschen das Zukünftige aus.

Fokussiert auf die Taten, die es zu tun gilt, um gesteckte Ziele in vollem Umfange zu erreichen.

Was mag das alles nützen, wenn die Zukunft, so sie denn zur Gegenwart mutiert, sich nicht mit dem Plane deckt?

Bleibt in jenem Augenblicke Zeit für eine Abänderung der Beschreibung?

 

So lasset uns schauen und handeln.

Lasset uns die Dinge tun, die dann vor uns liegen.

Die Dinge werden ihren Charakter offenbaren und wir werden das Richtige tun.

Dem Deutschlehrer zum Trotz, der das nicht liest und dessen Fluch mich nicht zu treffen vermag. 

Wer weiß, vielleicht fände er gar Gefallen an dem Gedicht.

 

© BPa / 05-2019

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 11.05.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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