Patrick Rabe

Grüner Zweig, zart anzuschau'n

 

Grüner Zweig, zart anzuschau'n, er reckt sich vor dem Fenster,

ruft dich zu Glück und zu Vertrau'n, zum Wandeln der Gespenster.

Zum Mut, in deinen Tag zu geh'n, was immer er dir bietet,

wenn auch die andern ihn nicht sehn, vor Hass, der ringsum wütet.

 

Die Monstren von Jahrhunderten, der alte Affe Angst,

die Spinne, die die Fliege frisst, der Mahr, vor dem du bangst,

sie stiegen aus dem Dunst der Zeit, und drohen an der Wand,

"Wir drehen jede Seele um, wir fressen jedes Land!"

 

Der Feind, er ist mal der, mal die, mal Jud`', mal Kommunist,

mal schwarz, mal weiß, mal groß, mal klein, doch stets ist es die List,

die alle Gegner werden lässt und Freundlichkeit einfriert,

verdirbt des Heilands Freudenfest und Zwist und Krieg gebiert.

 

Wir scheinen einsam mit der Angst, kaum einer noch versteht,

doch möchte ich euch sagen, dass es ohne Gott nicht geht.

Was immer er für euch auch ist, ein Donnerschlag, ein Hauch,

ein Herz, ein Haupt, ein Tun, ein Ruh'n, mich birgt, wie euch er auch.

 

Wie kommt's dass ihr mich Teufel nennt und mich ausselektiert,

mit Hohn und Spott mich übergießt und mich mit Pest vervirt.

Es ist der Tod, der knebelt so, man sieht ihn nicht gern an,

doch bräch das Wissen seine Macht, dass man nicht sterben kann.

 

Es wechselt nur das Kleid, das Bild, der Gotteshauch, er siegt,

er lebt in allen Seelen mild, und er zum Himmel fliegt.

Das Fleisch, es stirbt, der Geist, er lebt, die Hure wird ein Kind,

das Herz, es bebt, die Liebe lebt und sehend wird, was blind.

 

Der alte Geist der Hurerei, der zwischen Seelen lebt,

er sterbe ab, dann sind sie frei zu sein, was sie zum Himmel hebt.

der Sex, der zwischen ihnen steht, der Mutter und dem Sohn,

der falle, wenn der Teufel geht von seinem Herrscherthron.

 

Der Vater werde wieder Gott, er ist nicht mehr pervers,

erzeugt nicht Krieg und nicht Schafott, aus Februar wird März.

Versöhn' euch Christ, nicht euer Sohn, er kann's nicht für euch tun,

er geht kaputt an all dem Hohn, er möcht' mal wieder ruhn.

 

Die Spinne quälte nächtelang, sie rasselt auch am Tag,

sie ruft, ihr Hirsch hätt's nicht gebracht, zu geben was sie mag.

Das alte geht, das neue kommt, wenn man auf Gott vertraut,

und sein marodes, altes Haus auf Jesus Christus baut.

 

In meiner Gruselspinne schlägt ein liebes Mamaherz,

das für ihr Söhnlein alles tut, und auch schaut himmelwärts.

Ich möcht es rühren, dass es taut, das Spinnentier besiegt,

und mit der Liebe eins wird, die in Jesus Christus liegt.

 

Der Alte, der sie dort entführt, er scheint noch nicht so weit,

ihn knebeln Menschen, die nicht sehn sein göttlich' Himmelskleid.

Ihn bitte ich: Verzeih den Menschen , was immer sie dir taten

und trete in den Garten ein, du musst nicht länger warten.

 

Und auch der Feind, der innen sitzt und seine Macht verteidigt,

der seine Furcht nach außen schwitzt, verängstigt und beleidigt,

der Bruder Tod, der Teufel-Freund, der niemals sterben will,

den schaue ich voll Liebe an, bis er auch einmal still.

 

Dann wächst aus seinem Herz 'ne Ros, er seufzt und freut sich sehr,

gehört zum Hofstaat dann dazu, ach wenn's schon heute wär!

Drum reicht euch doch in allem Zwist vertrauensvoll die Hände,

dann wandelt Tod zum Leben sich, zum Anfang wird das Ende.

 

 

 

Patrick Rabe, 11. Mai, 2019

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