Patrick Rabe

Die Blume

Ha'm sie die Flaschen mit dem Eis dir ordentlich geliefert?
Wird dir vor Scham und Schande heiß, bist du im Joint gereefert?
Dein Nachbar wollte helfen dir, du pöbeltest ihn an
und gabst den Zuschlag dem Geschmier vom feisten Sensenmann.
War'n meine Worte denn nicht klar, und meine Taten auch?
War, was ich sagte, denn nicht wahr? Steh ich auf deinem Schlauch?
Vergast du dich jetzt selbst da drüben mit atomarem Dunst?
Ich werde stets das echte lieben, nicht künstlich ist die Kunst,
mit der ich wild die Leute weck und zeig, woran es krankt,
erst wenn man liegt im Rattendreck, man sich dafür bedankt.
Ihr seid zu froh, euch geht's zu gut, ihr inhaliert das gerne,
was man euch in die Pfeife tut, und seht danach die Sterne.

Ich war heut oben, das ist unten, und nee, es schmeckt dort nicht,
das Hochplateau ist Hölle pur, das Essen ist Gericht.
Man gibt den Armen Rattenfraß, um sie so zu vergiften,
danach macht man sie religiös, um sie schön wegzushiften.
Und Jesus, er schaut traurig zu, marschiert nicht mit beim Marsch,
hat man ihn gestern aufgehängt, heut fickt man seinen Arsch
in Knästen und in Psychiatrien, man will ihn ja nicht morden,
und dennoch nageln alle ihn, der Wind weht kalt von Norden.

Ein Blümlein steht am Straßenrand, es duftet süß und selig,
der Liebende nimmt es zur Hand und spricht zu ihm: Dich wähl ich.
Bis all die Menschen aufgewacht, und wollen wieder lieben,
hilft mir dein Zartsein durch die Nacht, es eint hüben und drüben.




© by Patrick Rabe, 11. Mai 2019

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