Patrick Rabe

Lied, über Balsamberge tönend

Solveig, sing, du bist die wahre Braut,
was soll ich denn mit der, die mich mit Peitschen haut.
Mein Herz, es weint, einstmals warst du doch blond.
Was hat dein Haar geschwärzt, wer hat dich falsch besonnt?
Oder sind's zwei, die ich so sehr geliebt,
wobei die ein' die andere als Imitat zur Seite schiebt?
Die falsche Braut, die sich zum Königssohn hinwagt,
sie macht die echte Braut zur schlichten Gänsemagd.
Und einzig Fallada, als Pferdekopf am Gatter hangend,
erinnert an die wilden Pferde, die verlangend
für unsre Hochzeitsnacht wir uns so sehr ersehnt,
dass wir uns schon auf Balsambergen haben angestöhnt,
und uns vereinigt haben bei Zypressen,
im Feld gelegen haben, und gegessen
die Frucht, die wir nicht essen sollten
und es doch taten, weil wir wollten.
Dabei, oh Sulamith, wurden die Haare schwarz
und was uns rein entfloß, so süß, wie Birkenharz,
es schwärzte dir die ganze Leibgestalt
und ward in Birkenau zu aschener Gewalt.
Oh, Margarete, deine Haare blond,
sie sind es jetzt, der deutschen Geist besonnt.
Und Faust, er hat dich Gretchen einst genannt,
doch reiste mit dem Dunkelfürst unstetig durch das Land.
Gerichtet von der Welt, jedoch gerettet,
so wurd'st du frei, und bliebst nicht mehr gekettet.
Ob blond, ob braun, das Herz, es ist entscheidend,
wenn Sonnenlied ertönt, ist Solveig nicht mehr leidend.

 

 

© by Patrick Rabe,17. 5. 2019, Hamburg.

 

 

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