Peter Kusche

Eine Silberhochzeit in Brandenburg

Schlaflos in Brandenburg

Zur Nacht in der Pension La Rose
Hab ich noch etwas zu verrichten.
Das geht, so fürcht’ ich, in die Hose:
Zur Silberhochzeit etwas dichten.

Ich bin schon müd, die Augen schwer,
Mir kommen keine Geistesblitze.
Ich denk mir „frische Luft muss her!“
Und draußen treff‘ ich Bollmanns Fritze.

Ich fragte: „Was bist du für einen?“
Und hab‘ ihm gleich mein Leid geklagt
Vom Blackout beim Versuch zu reimen.
Da hat der Fritz zu mir gesagt:

Von mir hat man een Lied jesungen
Det hat mir eenst berühmt jemacht.
Und jedet Mal wenn det verklungen
Hab‘n die Leute laut jelacht!“

Das kenn ich nicht“ war meine Rede
Sing mir das bitte doch mal vor.“
Drauf Fritze: „Mann wat biste blöde!
Det hat doch jeder hier im Ohr!“

Da macht es in der Nähe klick
Frank Zander, lässt sich nicht lang bitten
Tritt hervor, singt - und welch Glück
Ich hab das Liedchen mitgeschnitten!

https://www.youtube.com/watch?v=ZmKbdRLOOMk

Und in Brandenburg uff’n Beetzsee,
Ja da steht een Äppelkahn
und darin sitzt Fritze Bollmann
mit dem janzen Angelkram.
Und darin sitzt Fritze Bollmann
mit dem janzen Angelkram.

Fritze Bollmann wollte angeln,
Plötzlich fiel die Angel rin,
Fritze Bollmann wollt' se langen,
und da lag er selber drin.
Fritze Bollmann wollt' se langen,
und da lag er selber drin.

Fritze Bollmann schrie um Hilfe,
liebe Leute rettet mir,
denn ick bin ja Fritze Bollmann,
aus der Altstadt der Barbier.
Denn ick bin ja Fritze Bollmann,
aus der Altstadt der Barbier.
 

Nur die Angel ward jerettet,
Fritze Bollmann, der versuff,
und seitdem jeht Fritze Bollmann
uff’n Beetzsee nich mehr ruff.
Und seitdem jeht Fritze Bollmann
uff’n Beetzsee nich mehr ruff.

Fritze Bollmann kam in’n Himmel:
Lieber Petrus laß mir durch,
denn ick bin ja Fritze Bollmann,
der Barbier aus Brandenburg.“
Denn ick bin ja Fritze Bollmann,
der Barbier aus Brandenburg.“

Und der Petrus hatte Mitleid
Fritze Bollmann, komm man rin!
Du kannst mir mal jleich balbieren,
Komm man her, und seef mir in.“
Du kannst mir mal jleich balbieren,
Komm man her, und seef mir in.“

Fritze Bollmann, der balbierte,
Petrus schrie: „Oh’ Schreck und Jraus,
Tust mir schändlich massakrieren,
Det hält ja keen Deibel aus.“
Tust mir schändlich massakrieren,
Det hält ja keen Deibel aus.“

Uff’ de jroße Himmelsleiter
kannste wieder runterjehn,
Kratz mal unten feste weiter,
Ick laß mir’n Vollbart stehn.“
Kratz mal unten feste weiter,
Ick laß mir’n Vollbart stehn.“

Quelle: Brandenburgischer Volksmund



Kaum dass er mir das diktierte
War der Fritze wieder weg
Ich stand da und resümierte:
Dies Gedicht verfehlt den Zweck!

An der nächsten dunklen Ecke
Ich lutschte grad den letzten Drops
Kreuzte Loriot die Strecke
Und zwar wie gewohnt mit Mops.

Ich rief: „So halten Sie kurz inne
Was ist für heute Nacht Ihr Plan?“
Drauf er: „Die Ente bleibt hier drinne!“
Ich sah zutiefst erstaunt ihn an.

Doch wo er gerade noch gewesen
Stand ein Mops mit Hirschgeweih
Der Waldmops war‘s - ich hab gelesen.
Man gab ihn nie zum Abschuss frei.
 


Heut früh, geschlafen hab ich kaum
Dachte ich verdattert nach:
War das alles nur ein Traum?
Oder bin ich jetzt schon wach?

In Brandenburg nach so ´ner Nacht
Liebes Brautpaar ihr versteht
Zu dichten bis die Schwarte kracht
Ist ein Ding was schlicht nicht geht.

Gern hätte ich der Silberbraut
Und auch ihrem Ehemann
Ein schönes Dichtwerk anvertraut
Damit sie´s lesen dann und wann.

Seht sie euch an, die Optik stimmt,
Sie hab‘n sich beide gut gehalten
Die Haare schön und frisch getrimmt
Nur an der Kleidung gibt es Falten.

Die Jugend färbt im Havelland,
Wohl ab auch auf die Weisen.
Und schaut man übern Tellerrand
Dann lohnt sich’s, her zu reisen.

Das Beste ist an Brandenburg:
Hier kennt man keinen Mangel
Wenn einem hier der Magen knurrt
Dann schwingt man kurz die Angel.

Auch ich steh hier mit vollem Magen
Und, ob der großen Gästeschar,
Auch mit etwas Unbehagen
Und sage: „Es war wunderbar!“

Der Wein, das Bier, davor der Sekt.
Und das Menü - ich sag es gern
Alle Genüsse war‘n perfekt
Der Küchenchef verdient ´nen Stern.

Das alles wollt’ ich für euch schreiben
Wie ich es früher mal gekonnt.
Jetzt müsst ihr ohne Dichtkunst bleiben
Und Brandenburg bleibt auch verschont!

Weil mich die Muse nicht geküsst
Bleibt dieses Tages Huldigung
Ein kurzes „Seid mir sehr gegrüßt!“
Ich bitte um Entschuldigung.

© Schurke Pete
 

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