Andreas Vierk

Rotkäppchen



 

Die Oma lebt im Walde
am Rande einer Halde.
Die arme kranke Oma,
sie liegt schon fast im Koma.

Im Walde lebt der Rolf,
bekannt als böser Wolf,
das ist ein wilder Köter,
ein alter Schwerenöter.
Wenn ihn der Hunger plagt,
dann geht er auf die Jagd.
Den Wolf packt das Verlangen
nach Fleisch, gut abgehangen.
Was riecht denn hier so ranzig,
nach Aas, ganz weich und wanzig?
Da schleich ich mich mal an,
so leise, wie ich kann.

Die Oma lebt im Walde
am Rande einer Halde.
Die arme Koma-Oma
von modrigem Aroma.

Rottraut, genannt „Die Kappe“,
lag in der Babyklappe,
doch später wuchs sie stet,
bis an die Pubertät.
Sie kommt ganz schnell geflogen
und bringt der Oma Drogen.
Sie weiß, in Omas Wohnung
wartet die Belohnung.

Die Oma lebt im Walde
am Rande einer Halde.
Die extrabreite Oma,
sie liegt schon fast im Koma.

Der Wolf hat währenddessen
die Oma aufgefressen,
nun liegt er träg im Bette,
im Maul ne Zigarette.
Rotkäppchen schleicht sich an,
gleichwie ein Jägersmann.
Sie löst der Tür die Kette
und schwingt die Adilette,
die Oma schnell zu töten,
sie braucht ja ihre Kröten.
Der Wolf rollt schlapp vom Lager,
der lausige Versager.
Rotkäppchen schmeißt ihn munter,
in die Halde runter.
Er kotzt noch in den Schmutz.
Soviel zum Umweltschutz.

Was ist denn wohl im Wald los?
Rotkäppchen strauchelt haltlos.
Schon kullert diese Schlampe
nach unten in die Pampe.
Der Felsen färbt sich rot.
Nun sind sie alle tot.
So hat Geselle Mord
stets das letzte Wort.




 

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Andreas Vierk schreibt seit seinem zehnten Lebensjahr Prosa und Lyrik. Er verfasste die meisten der Gedichte des „Septemberstrands“ in den Jahren 2013 und 2014.

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