Jürgen Wagner

Rabengedanken

 

Der Göttervater reiste nicht allein,

zwei schwarze Raben waren sein

Früh morgens flogen sie hinaus

und brachten Kunde spät nach Haus.

 

Heut sprachen sie: du lieber Gott,

die Welt geht langsam da bankrott

Du musst mal nach dem Rechten sehn!

Der Mensch wird's wohl zu spät versteh'n,

 

dass er beständig expandiert,

dabei die Erde ruiniert

Für sein Wohl gehen so viel Arten

Gehört nur ihm der Erdengarten?

 

Darf er die alten Wälder nehmen,

und sich nach fernen Welten sehnen?

Darf er das Meer, die Erd‘ ausrauben

und sonntags an die Götter glauben?


Wer weist ihn denn in seine Schranken?

Wir Raben haben so Gedanken,

dass er dies selber arrangiert,

ein großes Unheil provoziert

 

 

Anm.: Hugin (der Gedanke) und Munin (das Gedächtnis) sind die zwei Raben, die den alten Göttervater Odin ständig begleiteten. Er schickte sie allmorgendlich an den Himmel, damit sie ihm berichteten, was in der Welt vorging. Die Verbindung der Raben als Aasfresser zum Totenreich sowie ihre Klugheit und Cleverness setzten den Göttervater erst imstande, seiner umfassenden Rolle gerecht zu werden. In vielen Traditionen waren und sind die Raben als Kraft- und Totemtiere hoch geachtet und begleiten den Menschen – nicht nur den Schamanen – auf seiner Reise. So war Odin auch als der Rabengott bekannt (Hrafnagut)

 

Bild: @Butch – stock.adobe.com

 

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Jürgen Wagner).
Der Beitrag wurde von Jürgen Wagner auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 07.06.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Der Autor:

Buch von Jürgen Wagner:

cover

Spiegelungen des Daseins: HImmel und Erde: Hommage an das Leben von Jürgen Wagner



Die Gedichte aus den Jahren 2013-16 erzählen von der ‚Hochzeit‘ von Himmel und Erde. Ob in der kraftgebenden Schärfe des Rettichs oder in der Vitalität der Jahrtausende schon lebenden Eibe, ob in der Weisheit alter Geschichten oder im Wunder der Liebe, ob in spirituellen Erfahrungen oder in den Weiten des Alls: überall begegnen sich Licht und Dunkel, oben und unten. Unsere gewohnte Alltagswelt bekommt etwas von ihrem wahren Glanz wieder, wenn wir uns ein Stück dafür öffnen.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (1)

Alle Kommentare anzeigen

Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Welt der Zukunft" (Gedichte)

Weitere Beiträge von Jürgen Wagner

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Frau Holla und der treue Eckart von Jürgen Wagner (Gedichte von Kindern)
Illusion von Adalbert Nagele (Welt der Zukunft)
Mir fehlen die Worte von Siegfried Fischer (Aphorismen)