Horst Werner Bracker

Ode für den Frieden - Operation Gomorrha 25. Juli 1943

Ode für den Frieden – Operation Gomorrha
 
Ode
 
-25. Juli 1943 –
                
Fliegeralarm! Schrill heulen die Sirenen!
Dramatik bricht im Klassenzimmer aus.
Angst, Panik spült heiße Kindertränen.
Der Lehrer schickt die Kinder nach Haus!
 
Trödelt nicht Kinder! Es ist höchste Zeit,
geht auf den kürzesten Weg nach Haus!
„Ich höre die Bomber,“ sie sind nicht weit,
die Kinder stürzend, fliehen hinaus!
 
Aus Westen ein dunkles, fernes Grollen
Ein dröhnen erfüllt schon bald den Tag.
Hunderte, tausend Bomber wollen
Hamburg, zerstören, - mit ihrer Übermacht
 
Die Flugabwehr beginnt zu schießen.
Laut donnert die »Acht Komma Acht!«
Die Deutschen Jäger, die den Feind umschließen,
Heulende Stukas, haben kurzen Prozess gemacht.
 
Augenblicklich verändert sich die Szenerie,
Eine Luftschlacht mit Tod und Unsäglichem grauen.
An Fallschirmen hängen tote Soldaten, die Artillerie,
Schießt ohne Erbarmen, und ich, - schaue zu!
 
Der blaue Sommerhimmel, - Rauch, Feuer, Kriegsgetöse
Gewaltige Bomber stürzen heulend zur Erde.
Mir ist's, als ob sich über mein Heimatdorf alles Böse
versammelt hat,- dass ich, nun sterben werde!
 
Dicht am Stamm eines großen Baumes gepresst
Der Sommer, den ich liebte, - war nicht mehr da!
Mit weit aufgerissenen Augen schaute ich durchs Geäst,
mich fror, - obwohl es doch Sommer war!
*
Was ich sagen wollte, - „Ich möchte schweigen!“
 
Doch wenn ich schweige, erfährt niemand etwas über,
das Grauen des Krieges. Gerade in unserer Zeit, wo
die Bilder des Grauens bis in unsere Wohnstuben dringen.
»Das Grauen«, einer Luftschlacht zu beschreiben,
empört jedwede Vernunft und lässt alle ethisch,
Kulturellen Errungenschaften, die, »Dass - Mensch – sein!«,
ausmachen, in ein »wabbelndes Inferno« zerfließen!«
Wie soll ich alle Leiden beschreiben, die mein Kinderauge, sahen?
Kann ich den Tod, die furchtbaren Schmerzen schildern?
Die des brennenden Soldaten, der mir in die Augen sah, und sagte:
»My Little Boy!«, bevor der Tod, von ihm, - alle Leiden nahm?
Tod, Grausamkeiten gehören nicht zu unserem täglichen Vokabular!
Des Lebens Freuden, Glück und Harmonie, Eintracht, Frieden
ist, was wir an einem Glücklichen, - werten Leben,
so wunderbar finden!
Frieden, Leben in Freiheit, ist, - was wir lieben!
Kein andres Wesen, - nur der Mensch, kann solch zerstörerisches Tun -
auf Erden entfachen! Die Bilder des Grauens sind so ungeheuerlich, -
Bomberbesatzungen springen brennend, aus ihren abstürzenden Flugzeugen.
 
Keine zehn Meter vor mir, ein Fallschirm.
Ein Mensch ohne Unterleib klatscht auf die Kuhweide.
»Wie rot das Fleisch ist?«, denke ich, bevor mir Übel wurde.
*
Ein junger, brennender Pilot steht schreiend neben mir,
„Help me God, do not let me die! I'm too young to die for!“*
Ich springe auf und versuche das Feuer, mit dem Fallschirm zu ersticken!
Der junge Mann, der stark nach Benzin riecht,- bricht zusammen,
ein letztes Mal schaut er mich an, »May litte Boy!«, sagte er,
„0h my god - I'm dying!“* * Dann liegt er tot, vor mir im Gras!
Für einen sechsjährigen Jungen ist es zu viel, ich bekomme einen Schreianfall.
Doch niemand hört mich.
Die Kühe auf der Weide versammeln sich um mich und Brüllen laut,
als ob sie mit mir im Bunde wären, brüllten:
Über das Elend des Krieges, das Elend der Welt!
 
Infolge der Operation Gomorrha:
 
Unter diesem Codenamen starten Briten und US - Amerikaner,
am frühen Morgen vom 24. auf den 25. Juli 1943.
Eine Reihe von schweren Luftangriffen auf Hamburg.
Zunächst trifft es die westlichen Stadtteile Altona,
Eimsbüttel und Hoheluft.
Die durch Flächenbrände, verwüstet werden.
Übrigens: Bis zum 30. November 1943 wurden 31.647 Tote geborgen!
Von denen 15.802 identifiziert werden konnten.
Die Hamburger Luftschutzleitung schätzte zu dieser Zeit, die,
Gesamtzahl der Opfer auf 35.000 Toten und 125.000 Verletzten
 
Möge für immer Frieden sein, in Europa und der ganzen Welt!!
Jeder von uns, kann sich für den Frieden einsetzen!
Die Nationalisten sind auf den Vormarsch!
Wehret den Anfängen!
Wählt die, die den Frieden wollen!
Verteidigt unser freies Europa!
 
(Überarbeitete Fassung 2019 Horst Werner Bracker)
 
    * Hilf mir Gott, lass mich nicht sterben! Ich bin zum Sterben zu jung!
 
** oh mein Gott, - ich sterbe!
 
 
*

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Horst Werner Bracker).
Der Beitrag wurde von Horst Werner Bracker auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 07.06.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Der Autor:

Bücher unserer Autoren:

cover

Sie folgten dem Weihnachtsstern: Geschichten zu meinen Krippenfiguren von Christa Astl



Weihnachten, Advent, die Zeit der Stille, der frühen Dunkelheit, wo Menschen gerne beisammen sitzen und sich auch heute noch Zeit nehmen können, sich zu besinnen, zu erinnern. Tirol ist ein Land, in dem die Krippentradition noch hoch gehalten wird. Ich habe meine Krippe selber gebaut und auch die Figuren selber gefertigt. So habe ich mir auch die Geschichten, wie jede wohl zur Krippe gefunden hat, dazu erdacht.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (6)

Alle Kommentare anzeigen

Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Allgemein" (Gedichte)

Weitere Beiträge von Horst Werner Bracker

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Die Frau im Dornbusch von Horst Werner Bracker (Balladen)
Aller guten Dinge sind drei von Heinz Säring (Allgemein)
Dein Blick von Martha Koschmieder (Trauriges)