Andreas Vierk

Atman




 

Erst schwand sie aus dem Augenweiß der Frauen,
dann aus dem Blick der Kinder und der Männer.
Nicht plus, noch minus, Zähler oder Nenner,
will meine Seele aus den Menschen tauen,

will Abschied nehmen von den Säugetieren,
vom Hund, vom Pferd, vom Tiger und vom Rind,
die alle nichts, nur Illusionen sind.
Sie will ihr sogenanntes Ich verlieren,

um Wasserkreis auf stillem See zu sein.
So schaut die Seele in sich selbst hinein,
spürt noch Erinnerung an Fisch und Flug

und an Materie, an Pflanze und an Stein.
Dann lässt sie auch den letzten Selbstbetrug.
Glückseelig ist sie: in sich selbst genug.




 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 15.06.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Andreas Vierk schreibt seit seinem zehnten Lebensjahr Prosa und Lyrik. Er verfasste die meisten der Gedichte des „Septemberstrands“ in den Jahren 2013 und 2014.

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