Andreas Vierk

Was die weiße Amsel erzählt



 

Ich wurde im verfilzten Haar geboren
des Obdachlosen, als er stehend starb
in einer U-Bahn. Jeder Hauch verdarb
und alles Flüstern wurde abgeschoren.

Da flog ich aus dem Bahnabteil hinaus
durch Tunnel unterhalb der Innenstadt
in einen andren Zug – ein weißes Blatt,
gleich einem Taumel, einer Fledermaus,

fiel schwindlig aus dem kühlen Chromgestänge
in eines jungen Mannes dichtes Haar,
der hingegeben Aischylos studierte.

Und als ich so auf ihm gelandet war,
da sprang er aus der stillen Menschenmenge,
worauf er Chorgesänge deklamierte.




 

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Andreas Vierk).
Der Beitrag wurde von Andreas Vierk auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 19.06.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Der Autor:

Buch von Andreas Vierk:

cover

Septemberstrand: Gedichte Taschenbuch von Andreas Vierk



Andreas Vierk schreibt seit seinem zehnten Lebensjahr Prosa und Lyrik. Er verfasste die meisten der Gedichte des „Septemberstrands“ in den Jahren 2013 und 2014.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (3)

Alle Kommentare anzeigen

Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Menschen" (Gedichte)

Weitere Beiträge von Andreas Vierk

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Quo Vadis? von Andreas Vierk (Abschied)
Altersgedanken von Karl-Heinz Fricke (Menschen)
Respekt von Helmut Wendelken (Nachdenkliches)