Christopher Gratz

Der Käfig und das Monster



In letzter Zeit stell ich mir ein und dieselbe Frage:

Wozu ich diese Flügel habe?
 

Meine Füße machen Sinn,

so sitz ich auf einen Ast und fall nicht hin.

Mit meinen Augen seh ich,

mein Hals ist super beweglich,

mein Schnabel spitz für Feinde kläglich.
 

Meine Federn die ich stolz trage

halten mich warm bei kaltem Tage.


Doch stell ich mir weiterhin diese eine Frage:

Wozu ich nun eigentlich diese Flügel habe?

 

Dabei träum ich nur von dem Einen,

Flügel öffnen und in die Höhe steigen.
 

Doch zum Fliegen scheinen sie nur wenig nützlich,

immer wenn ich steige stürz ich.
 

So stell ich mir weiterhin diese eine Frage:

Wozu ich diese Flügel habe.

 

Erinnerungen vor meiner Gefangenschaft sind mir fremd,

weiß nicht ob mich draußen jemand kennt.

Ich weiß weder wie noch wo komm ich her,

doch ich spüre da draußen gibts noch mehr.

 

Manchmal erscheint mir dieses Monster,

ein riesiger Schatten, so groß und finster.

Seine Augen starren mich gebannt an,

ich weiß, dass das nur mein Entführer sein kann.


Und manchmal ist er nicht allein,

andere Monster schauen in meine Zelle rein.

Sie gaffen mich an, stehen um meine Zelle herum,

in Ihren Augen nichts als Gier und Belustigung.
 

Ich schreie und kreische, versuche zu fliegen,

doch das Gitter ist so stark und die Türe verriegelt.

 

Manchmal öffnet das Monster meine Zelle,

gibt mir Futter und eine Wasserquelle.

Jetzt oder nie, denke ich - nichts wie fort!

Doch mein Flügel rühren sich nicht, scheinen wie erfroren. 
 

So muss ich mir eingestehen, eine Flucht ist unmöglich,

mein Schicksal mehr als untröstlich.


 

Doch eine Erkenntnis kam mir letzte Nacht,

als ich wieder über meine Flügel nachgedacht.

Vielleicht hab ich diese Flügel nur damit ich noch mehr Leid,

denn hat man Flügel ist nicht größer, als der Drang nach Freiheit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 16.07.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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