Peter Kröger

Sie und ich

 

 

Wir ritten das Meer ganz in Stücke

auch wenn das kein Lebender kann

 

und labten uns stehend am Grabe

und fingen nichts Besseres an

 

der Wetterbericht überkam uns

vom Wasser und südlich davon

 

verbrieften wir unsere Rechte

und füllten den Umzugskarton

 

das Fallbeil fiel langsam und stimmig

und trennte hübsch Weizen und Spreu

 

liebkoste uns über den Armen

und bleibt uns ein Leben lang treu

 

ach wenn ich daran manchmal denke

dann denk' ich kopfschüttelnd daran

 

und denke ein Weilchen an uns nur

und fang instinktiv wieder an

 

nenn uns die zertropfende Welle

belustigt-geläutert-immun

 

ganz so wie ein scharrender Haifisch

ganz so wie ein tauchendes Huhn

 

mit reichlicher schimmernder Neigung

berühren wir nautisch das Fell

 

es menschelt, wenn Möwen uns fragen:

Was seid ihr, ein Liebespaar, gell?

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Ein Tag im Februar des Jahres 2006. Der EDV- Fachmann Klaus Gruschki kann kaum ausdrücken, was er empfindet, als er seine neugeborene Tochter Leoni im Arm hält. Seine Frau Michaela und er sind die glücklichsten Menschen der kleinen, süddeutschen Provinzstadt und voller Vertrauen in die gemeinsame Zukunft. Doch die Beziehung und das Glück zerbrechen. Auf einmal ist Klaus allein und Michaela mit Leoni verschwunden. Erst nach langer Suche und mit großen Mühen gelingt es dem Vater, Mutter und Kind wieder zu finden und den Kontakt zu Leoni neu herzustellen. Dann entzieht ein bürokratischer Akt dem Vater die gemeinsame Sorge fürs Kind. Gruschki weiß sich nicht anders zu helfen, als seinerseits mit der Tochter heimlich unterzutauchen. Nach einer dramatischen Flucht wird er in Österreich verhaftet und Leoni ihm gewaltsam entrissen. Er kommt in Haft und wird als Kindesentführer stigmatisiert. Doch Klaus Gruschki gibt den Kampf um sein Kind und um Michaela nicht auf …

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