Patrick Rabe

Hand, durch den Matsch einer anderen Hand gereicht.

 

Ich bin bei ihnen in den stinkenden Städten,
wo sie Lord Shiva anbeten, und ihre Turnschuhe
und ihren eigenen Schwanz.
Gott wird aus einer Brachialmännlichkeit gesogen,
die aus Hitlers moderndem Leichnam
und Attilas Föhnfrisur besteht.

Sie fragen nach der Uhrzeit
und kippen Tsatsiki in den Kaffee,
duschen die ganze Nacht lang
und sagen, im Wasser ist Aids,
vielleicht auch nur Adidas,
und Produkte von Nestle sind asozial.

Merkel wird zum Gegenstand von Reichsbürger-Verschwörungstheorien
und ist seit neuestem in Hamburg geboren,
sächselt aber wie eine Thüringerin.
Im Fernsehen läuft das Tranchierduell,
Ninas Steak mit grün-veganer Kruste kriegt zehn Punkte.

Die Jugend ist endlich, wie sie der Führer wollte:
zäh wie Leder, hart wie Kruppstahl
und weich in der Birne wie Panna-Cotta-Pudding.

Das Ich schreit in sensiblen Seelen,
schlüpft immer wieder aus der Uniform, die sie ihm anziehen wollen.

Ich?
Bin sprach-und staublos
angesichts der Zeit, in der ich lebe,
bewege mich durch Erde
und bin ein Narr Christi,
oder sollte ich sagen: Ein Vernünftiger unter Ruinenmenschen?

Doch das Licht Gottes brennt,
will trösten, uns nahe sein,
auch in diesen Dunkelheiten.
So oft scheint es auf,
wenn ich in all der Hoffnungslosigkeit eine Träne wegwischen kann,
ein Lächeln in ein Gesicht zu zaubern vermag,
einem Zerschmetterten Mut mache,
Worte finde, die Kraft verleihen und Liebe geben.

Auch in mir ist Ratlosigkeit, Verzweiflung, manchmal sogar Hass.
Aber ich will den Weg der Liebe, der Gnade und des Verzeihens gehen.
Daran halte ich fest, das ist mein Evangelium von Jesus durch mich für euch.
Denn so hat Gott die Welt geliebt,
dass er seinen eingeborenen Sohn gab,
damit wir nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben,
und in ihm Freude finden, wie sie die Welt nicht kennt.


© by Patrick Rabe, 21. Juli 2019

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Patrick Rabe).
Der Beitrag wurde von Patrick Rabe auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 21.07.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Der Autor:

Buch von Patrick Rabe:

cover

Gottes Zelt: Glaubens- und Liebesgedichte von Patrick Rabe



Die Glaubens-und Liebesgedichte von Patrick Rabe sind mutig, innig, streitbar, vertrauens- und humorvoll, sie klammern auch Zweifel, Anfechtungen und Prüfungen nicht aus, stellen manchmal gewohnte Glaubensmuster auf den Kopf und eröffnen dem Leser den weiten Raum Gottes. Tief und kathartisch sind seine Gedichte von Tod und seelischer Wiederauferstehung, es finden sich Poeme der Suche, des Trostes, der Klage und der Freude. Abgerundet wird das Buch von einigen ungewöhnlichen theologischen Betrachtungen. Kein Happy-Clappy-Lobpreis, sondern ein Buch mit Ecken und Kanten, das einen Blick aufs Christentum eröffnet, der fern konservativer Traditionen liegt.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (1)

Alle Kommentare anzeigen

Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Expressionismus" (Gedichte)

Weitere Beiträge von Patrick Rabe

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Das Eine von Patrick Rabe (Liebe)
Altersarmut im 21. Jahrhundert von Rainer Tiemann (Expressionismus)
Obstverlangen von Uli Garschagen (Erotische Gedichte)