Anita Namer

Dinner/Life in the Dark


Es ist dunkel.
Ehrlich gesagt stockdunkel.
Nicht mal die Hand vor Augen ist zu sehen.

Zuerst ein paar Infos:
Ich soll mich führen lassen…
An einen Tisch, in einen Stuhl….
Vor mir würden ein Teller, Besteck,
ein gefülltes Weinglas, ein leeres Wasserglas stehen,
in der Mitte des Tisches eine gefüllte Wasserflasche.
Wie soll das gehen?

Ich weiß nicht, was es zu essen geben wird,
nur – dass es 4 Gänge sind und dass wir vertrauen dürfen.
An meinem Platz angekommen, ertaste ich vorsichtig mein Besteck.
Links die Gabel. Rechts Löffel + Messer.
Aber wo sind nun die Gläser?
Wieder vorsichtig – greife ich wieder und wieder ins Leere.
Ich taste mich am Tellerrand entlang – und ja –
rechtsrum oben finde ich das Weinglas,
linksrum oben das leere Wasserglas.
Irgendwo in der Mitte des Tisches
soll die Wasserflasche stehen.
Also wieder auf Entdeckungsreise…
Gefunden!
Und nun?
In einer Hand die Wasserflasche,
in der anderen das Glas.
Es funktioniert leichter als gedacht.
Mit dem Finger im Glas – erspüre ich, wann es fast voll ist.
Juhuu….
und die Flasche wieder zurück in die Tischmitte.
Es sitzen ja 4 Personen am Tisch
und alle wollen was zu trinken.

Ich höre eine Stimme, die mir sagt:
„Vor ihnen steht bereits die Vorspeise!“
Ups….
Nichts gehört, nichts gesehen…
Irgendwie unheimlich.
Die Wahrnehmung verschärft sich.
Warum habe ich die Bedienung nicht gehört?

Was wird es wohl sein?
Vorsichtig versuche ich mit Gabel und Messer zu erforschen:
Muss ich schneiden? Kann ich löffeln?
Irgendwas mit Blätterteig, Salat + Rucola.
Mit meinen Geschmacksnerven versuche ich zu erspüren,
mit was der Blätterteig gefüllt ist.
Alle am Tisch raten.
Irgendwie lustig, was jeder so schmeckt.
Jedenfalls – der erste Gang ist geschafft.

Zweiter Gang…
Suppe.
Wieder spannend.
Was für eine Suppe?
Jetzt verrate ich nichts mehr –
Nur, dass wir alle fast nicht gekleckert haben
und dass sie lecker war.

Dritter Gang…
Hauptspeise.
Sowas von spannend…
Irgendein Fleisch….2 Beilagen.
Großes Rätselraten.
Jetzt werden wir mutiger…
Ob wir es schaffen – untereinander zu probieren?
Wir lernen…
Wir lernen – uns an den Armen, Händen zu nehmen –
und diesen zu folgen.
Ja – auch das schaffen wir.
Das Essen – super lecker.

Unser Raum- Zeitgefühl ist verwirrt.
Wie viel Zeit ist schon vergangen?
Wie groß ist eigentlich der Raum?
Wie viele Personen sind hier zusammen?
Alles wirkt relativ laut und hin und wieder ermahnt einer
mit einem „sch….“ zu ruhigerer Unterhaltung.

Nachspeise…
Wieder spannend…
Schmecken…..es ist süß,
Eis ist dabei, Früchte, Nüsse…
Welche?

Ein Resümee bleibt – es war super-lecker,
super spannend, super-lustig,
eine tolle Erfahrung.

2,5 Stunden sind vergangen….
Gefühlt war es 1 Stunde….

Der Raum hat ca. 20 qm.
Gefühlt waren es 100 qm.

Es waren knapp 20 Personen.
Gefühlt waren es mindestens 30 Personen.

Was bewegt mich noch?
Irgendwie ist es mit dem Leben ebenso.
Wir kommen an.
Tappen im Dunkeln.
Tasten uns vorsichtig voran.
Stolpern, wissen nicht wie und wohin.
Mehr und mehr finden wir uns zurecht, lernen zu vertrauen…
Uns – und dem was geschieht.
Stellen irgendwann fest – was für eine spannende Reise….

© A.Namer

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 24.07.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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