Klaus Heinzl

Der Single im Haushalt ...


Heut hab ich Waschtag, schon seit Zehn.

Ich muss zwar nicht zum Waschraum gehn,

hab die Maschine ( hier Betonung !!! )

als Luxusteil in meiner Wohnung.

 

So ziehe ich mein Bettzeug ab.

Das Einzige, das ich grad hab.

Und stopfe es in die Maschine,

( weiß nicht mehr, wie ich sie bediene... )

 

Da war doch irgendwo ein Knopf,

ich kratz verlegen mir den Kopf ...

Dann aber fällt´s mir wieder ein,

er wird wohl der zum Drehen sein.

 

Nachdem ich drehe, muss ich drücken

und merke, es ist zum Entzücken ...

Trommel routiert und sehr viel Wasser,

macht meine Wäsche grade nasser.

 

Doch fällt mir auf, es wär wohl Pflicht,

das Wasser hier, es schäumt grad nicht.

Natürlich sollte es schon sein,

man tut ein Waschmittel hinein.

 

So stoppe ich die Prozedur,

und öffne, ( noch als Frohnatur,)

die runde Tür und werd’ verlegen,

denn Flüssigkeit schwappt mir entgegen.

 

Welches sich nun ( hätt´ mich beeilt ... )

sehr schnell im Wohnbereich verteilt.

Nun gut, das kann von Nutzen sein,

der Boden war ja eh nicht rein ...

 

Mit einem Eimer, einem Lappen,

wisch ich den Boden in Etappen.

Dann wird Maschine, die noch wartet,

erneut im Waschvorgang gestartet.

 

Nur diesmal gab ich Mittel rein.

Warum? Nun ja, so muss es sein.

Mein Boden glänzt, wie nie zuvor,

Maschine läuft, es rauscht im Ohr ...

 

So geht es weiter in der Küche,

die zeigt die Vielfalt der Gerüche.

Das Becken voll mit Porzelan,

hab wohl zu lang nix mehr getan.

 

So krieg ich hier gewiss kein Lob,

erschuf ich so ...   ein Biotop.

Mit Gummihandschuh, greif ich an,

weil Keime ich nicht leiden kann.

 

Und spüle erst mal unter Fluchen,

vom Teller hier den harten Kuchen.

Was dazu führt, ( ich muss mal niesen )

der Abfluss weigert sich beim Fließen.

 

Nicht nur die Nase ist verstopft,

im Abflussrohr es kläglich tropft,

sodass ich, heissa, welch Verduss,

hier erstmal Dreck entfernen muss.

 

So sieht man mich, bestaunt von Fliegen,

mit Zange auf dem Boden liegen,

verzweifele hier, am Schaubgewinde,

dass ich als fürchterlich empfinde,

 

will lockern, weil es zu fest sitzt...

dann klappt´s ... ich werde vollgespritzt.

Braun mein Gesicht, das ohne Sonne,

( für mich nicht grade eine Wonne... )

 

Die Glocke schellt, es will wohl wer,

besuchen mich ... das freut mich sehr.

Gastfreundlich, wie ich nun mal bin,

seh ich im Öffen durchaus Sinn,

 

und überrasche meine Mutter,

die kaufte für mich frische Butter.

Doch kennt sie grad ihr Söhnchen nicht,

zu braun gefärbt ist mein Gesicht ...

 

Ich zieh sie an den Füssen rein,

nun, sie fiel um... von ganz allein.

Dann geh ich wieder an die Spüle,

gemischt sind meine Glücksgefühle.

 

Dort läuft auch noch der Wasserhahn,

das Wasser, das  auch laufen kann,

das läuft mir so nun auch entgegen,

für jeden Mieter echt ein Segen.

 

Und wieder hole ich den Eimer,

ich dichte, denn ich bin ein Reimer.

Doch mache ich mir, nebst dem Keim,

hier heute meinen eignen Reim.

 

Mein Mütterchen ist aufgewacht.

Okay, sie hat nicht viel gelacht.

Im Tatendrang, wie Mütter sind,

( ich bin ja leider doch ihr Kind )

 

hat sie die Bude kultiviert,

was mich im Nachhinein geniert.

Bin Single und ein Junggeselle,

heut Mittag gibt es Frikadelle ...

 

von Mama, die sie prima macht,

und manchmal auch den Sohn belacht.

Und trotzdem bleibe ich allein ...

nicht jeder Tag muss Waschtag sein.

 

 

© kh. 21.01.2019

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 29.07.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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