Horst Werner Bracker

In des Buchenwaldes grünen Hallen

In des Buchenwaldes grünen Hallen
 
Ode
 
In des Buchenwaldes grünen Hallen
Weht der Odem der alten Götter der Natur -
Jubilieren die hochbegabten Sänger, die Nachtigallen
Und schweigen in Stille, die Vasalen und Spötter
 
Stille, - dann tiefes Schweigen ringsumher
Geräuschvoll fällt ein Buchenblatt zu Boden
Als wäre es ein Felsgestein, groß und schwer
Gefallen aus einem prachtvollen Regenbogen
 
Schalmaien erheben, klangvoll ihre Stimmen
Die Windharfe spielt voll Ergriffenheit dazu –
Ich lausche voll Andacht mit all meinen Sinnen,
Mein Herz, meine Seele, ein, Labsal der ruh‘
 
Wie mächtige, aufragende Naturkathedralen
Mit floraler Ornamentik, geschmückte Emporen
Erbaut von der Natur, in vielen Hundert Jahren
In exponierten Lagen, in Stille und Selbstverlorenheit!
 
Manchmal geht ein leises Wehen durch die Fluren
Mir ist‘s, als schritten die alten Götter, durch den Wald
Mit einem Augenzwinkern suche ich ihre Fußspuren
Als des Bussards Balzruf im Buchenwald verhallt
 
Legt sich wieder, ehrfurchtsvolle Stille, über die Emporen
Verhalten, zurückgenommen, ist des Wandrers Gruß
Das Laute hat hier keinen Platz, traumverloren die Autoren
Sie schreiben, komponieren, wenn ihnen die Muse küsst!
 
Eine halb verfallene Bank lädt mich zum Sitzen ein
Müd‘, ist mein Auge‘ und die Füße tun mir weh –
Zurückgelehnt sitze ich im letzten Abendsonnenschein
Auf einer Waldlichtung steht reglos lauschend ein Reh
 
Ein Tag geht zu Ende, ein wunderbarer Abend beginnt, nun
Mit mir geschieht Wunderbares, - mir ist’s, als flöge ich dahin
Schwerelos auf leichten Flügeln, wie es die Libellen tun –
Sie sind die Flugakrobaten, weil sie dazu geboren sind
 
Meine Müdigkeit lässt mich nicht los, sie will nicht weichen
Ich gebe mich der Schläfrigkeit hin und schließe die Augenlieder
Träume entführen mich, in Gärten duftender, Veilchen
Attila stürmt durch die Heide, sie blüht, in Rot und lila
 
Ein Raunen, ein Gemurmel, ein vielstimmiger Chor
Weckt mich aus meinen schönen Träumen; ich öffne die Lieder
Ein Wolf schaut mich grimmig an, am Spiel seiner Ohren
Erkenne ich seine Friedfertigkeit, - ein Krieger, Attila?
                                                 *
(02.08.2019) E Storie
 
Anmerkung
 
Wohl kein Volk in Europa identifiziert sich so leidenschaftlich mit dem Walde,
wie es die Deutschen tun! Für die Deutschen hat der Wald etwas Mystisches, Heiliges,
das mit Ehrfurcht und Respekt behandelt werden muss.
Ein Baum ist nicht einfach ein Baum, ein Baum ist ein, in Jahrzehnten,
Jahrhunderten gewachsenes Individuum.
Deutsche Dichter und Denker haben den Wald besungen und »bedichtet«.
Nach Meinung der Anthropologen, Philosophen und Historiker,
handelt es sich hier um ein prähistorisches Phänomen.
In prähistorischer Zeit war Deutschland mit Wald bedeckt.
Der Wald war den Germanen heilig, er bot den ihnen Schutz,
vor marodierende Banden und ernährte sie aufgrund der großen Wildbestände, redlich.
In jener Zeit, liegt wohl die große Liebe der Deutschen zum Wald begründet.
Die Germanen waren ein Wald Volk!
Die Evolution wirkt bis heute nach!
 
In England, Frankreich und anderen Ländern liefen vor Kurzem,
wundervolle Dokumentationen über die Deutschen und seinen Wäldern, Parks und grünen Städten.
 
Über die Nachhaltigkeit der deutschen Forstwirtschaft, so dürfen nur so viele Bäume,
entnommen werden, als nachwachsen!
Werden wegen Baumaßnahmen, ältere Bäume gefällt,
müssen drei und mehr junge Bäume als Ausgleich, gepflanzt werden!
HWB.  03. 08. 2019
 
 
 
 
           
 
 
 
 
 
 
 

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