Brigitte Waldner

Sommerschlussverkauf


Erst waren Preise viel zu hoch,
dann ging es kräftig runter,
erst kauft man nichts, dann schaut doch,
dann wird Bekleidung bunter.

Ein Kleidchen hier, ein T-Shirt dort,
mit Blümchenglitzer-Muster,
zwei Capri-Hosen und so fort,
man kauft ja preisbewusster.

So überfüllt man seinen Schrank,
man steht davor und rätselt,
da schmilzt das Konto auf der Bank,
man fühlt sich aufgebretzelt.

Dass Farbe sich zu Farbe fügt,
verdankt man neuer Mode,
man übersieht, dass es genügt,
die Werbung hat Methode.

Man muss sie haben, für den Fall,
dass diese Kleider passen.
Man hat zwar schon genug, egal,
man wird nicht stehen lassen,

was man zum Schnäppchenpreis erhält:
darum wird zugegriffen.
Man kauft ja nur, was auch gefällt,
und wirkt damit geschliffen.

Der Sommer geht so schnell vorbei,
der Schrank ist voll für Jahre,
der Nachbar klaut ihn wieder frei,
er will auch Schnäppchenware.

Die Räubertochter will den Chic,
er wird ihr doch nicht passen,
der Räuberclan klaut Stück für Stück,
er kann es ja nicht lassen.

Dann wird der Schrank ja wieder frei,
für neue Anziehsachen,
ruft man zur Tat die Polizei,
das wird Probleme machen.

Sie schüchtern ein, das ist nicht neu,
man wird dazu vernadert,
dass man ganz grundlos nebenbei
mit seinen Nachbarn hadert.

Da kommt der Sommerschlussverkauf
beraubtem Opfer teuer,
der Räuber aber rafft sich auf
zu einer Schnäppchenfeier.

Sie findet in der Laube statt
mit sämtlichen Komplizen,
wo man die hellste Freude hat.
Am Schaden bleibt man sitzen.

© Brigitte Waldner

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