Brigitte Waldner

Der Räuber im Haus


Herr Räuber, Herr Räuber, ich sah dich bei Nacht.
Man sagt, dass ich besser schwiege.
Mit leuchtendem Licht an der Stirn angebracht,
erklettertest du meine Stiege.

Herr Räuber, Herr Räuber, ein Stöpsel im Ohr
verband dich mit dem Berater,
in deiner Hand lag ein Handy vor,
geleitet wirst du vom Vater.

Ein Nachbar als Räuber, was tust du mir an?
Du raubst mir mein Geld aus der Kasse,
Du öffnest die Speisekammer dann
befüllst eine Plastiktasche

mit Lebensmitteln, die hab ich gekauft,
für mich, meinen Hund und die Katzen.
Man hat dich als Baby zum Christen getauft,
warum kommst du her zum Schmarotzen?

Dein Leben hast du mit Raub aufgebaut,
die Beute rinnt dir durch die Finger.
Ich bin sehr enttäuscht. Ich hab dich durchschaut,
du klaust meine schönsten Dinger.

Du kommst in der Nacht und du kommst bei Tag,
ich fürchtete mich um mein Leben,
ich wusste mich nicht zu wehren und lag
mich schlafend, wie tot, zu geben.

Du nahmst meine Schlüssel und kamst durch die Tür,
die Fenster hast du geöffnet,
was du krank begehrtest, das holtest du hier,
und zusätzlich warst du bewaffnet.

Vergeblich rief ich nach der Polizei,
als wäre sie deine Komplizin,
befangen kam sie erst gar nicht herbei,
so schafft dir der Diebstahl Gewinn.

Du trägst auf den Rippen ein schweres Gewicht,
das Stehlen macht dich immer fetter,
ich fürchte dein Eber und Vollmondgesicht
vor allem bei schönem Wetter.

Erkennen kann ich dich an dem Gestank,
ein aggressiv parfümierter,
beschaffe dir Geld von einer Bank
und lasse mich unberührter!

© Brigitte Waldner

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