Brigitte Waldner

Geliebtes Kind Gottes

Ich bin ein geliebtes Kind Gottes,
das lasse ich mir nicht nehmen,
und wenn es ihn nicht gibt,
ist keiner, der mich liebt.
Damit kann ich gut leben,
seit meine Eltern starben,
es muss da keiner sein,
der mich auf Händen trägt.

Ich werde es schon schaffen,
was immer sie auch sagen,
was immer sie mir tun,
das Böse wird nie ruhn.
Sie bauen hohe Lamellenwände
an meine Gartengrenze,
damit sie keiner schaut,
wenn einer mich beklaut.

Ich weigere mich zu weinen,
sie nehmen sich die Rechte
entgegen das Gesetz,
ihr Handeln ist nicht fair.
Ich lass mir von niemand erzählen,
wenn Diebe mich auch quälen;
nicht glücklich, das sind sie,
sie bräuchten Therapie.

Die werden sie nicht kriegen,
da sie doch alles leugnen,
drum bleiben sie sehr krank
als Räuber lebenslang.
Damit hab ich mich abgefunden,
dass diese Leute nicht gesunden,
wie sollten sie das auch
mit Fettleber im Bauch?

Der Diebstahl macht sie glücklich,
das Rauben macht sie fetter,
als Opfer bin ich gut
genug, dass man das tut.
Ansonsten bin ich allen wertlos,
sie sind ja Räuber und keine Götter,
drum macht mir das nichts aus.
Sie plündern halt mein Haus.


Sie lieben die Sachen, die ich habe,
mein Geld, mein ganzes Erbe,
hier raubt man narrenfrei,
privat laut Polizei.
Da kann man kaum etwas machen,
die Staatsgewalt lässt sterben,
wer sich dagegen wehrt,
der Räuber wird geehrt.

Sie sind auch Kinder Gottes,
geliebt, geschult, verhätschelt,
der liebe Gott verzeiht
den Tätern jede Tat.
Drum auf zum Nachbarn-Rauben,
man wird es niemals glauben,
man plündert dessen Haus
und geht doch straffrei aus.

Das fällt nicht unter Diebstahl,
das fällt nicht unter Rauben,
das ist ein Nachbarterror
laut der Gesetzeskraft,
der Einbildung ist, nur ein Albtraum,
dem gibt man keinen Raum,
er findet gar nicht statt,
da man gern Frieden hat.

Die Taten kann man nicht beweisen,
da sie hinter dem Rücken geschehen,
geplant organisiert,
die Täter sind versiert.
Auf Polizei kann man sich nicht verlassen,
sie muss auf Flüchtlinge aufpassen,
eingeschüchtert bis zum Blackout
wird ein Opfer nicht mehr laut.

© Text und Foto Brigitte Waldner

Foto: Lamellenschutzwand.

Anmerkung zum Gedicht und zum Foto:
Während des Kirchweihfestes erhöhte der Nachbarräuber seine Lamellensichtschutzwand auf 2,63 Meter Höhe, was gar nicht erlaubt ist, es sind nur 1,80 bis 2,20 Meter erlaubt.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 12.08.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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