Patrick Rabe

Zärtlichkeit für Babylon

 

Die Hure hat verloren,

ich liebe sie nicht mehr,

ich wurde neu geboren

und sie ist innen leer.

 

Ein Brunnen ohne Wasser,

ein bodenloses Fass,

sie wird dein Feind, dein Hasser,

trinkst du nicht aus dem Glas

 

des Rauschtranks ihrer Lügen,

sondern von Jesu Wein,

sie spielt, um zu besiegen,

will in den Venen sein,

 

mit ihrem Gift zu töten,

was Leben war und gut,

sie wird niemals erröten,

trinkt sie des Heilands Blut.

 

Ich lieb das zitternd' Mädchen,

das sich in ihr versteckt,

auch sie hängt an 'nem Fädchen,

sie wurde zum Objekt

 

von Männern, die sie "liebten",

ohne das Kind zu seh'n,

sie nach dem Sex aussiebten,

um kalt nach Haus zu geh'n.

 

Doch war auch ich kein Blinder,

verfiel dem nackten Spiel,

war mit ihr gerne Sünder,

verfehlte gern das Ziel.

 

Bis sie mein Herz verwundet,

mich aussog und fast fraß,

daran bin ich gesundet,

und seh jetzt wieder was.

 

Ja,  ich trank ihren Becher,

gefesselt hält sie mich,

nennt Lügner mich und Zecher,

doch in ihr Angesicht

 

schau ich mit Jesu Augen

und schmelz ihr Hurenherz,

sie kann mich nicht auslaugen,

ich geh doch himmelwärts

 

und reiche ihr die Hände

als Christ zum Angebot,

offen ist stets das Ende,

kein Mensch ist ewig tot.

 

© by Patrick Rabe, 16. August 2019, Hamburg.

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