Adalbert Nagele

Die Sage vom Wassermann

Vor vielen hundert Jahren, nahe Eisenerz, sah man
in einem kleinen Tümpel, einen scheuen Wassermann;
er kam vom Wassermannloch, das war nebenan,
und sonnte sich am Ufer gerne dann und wann.

Die Leute fingen, ganz geschickt, ihn ein,
Der Wassermann sollt' ihr Gefang'ner sein;
sie stellten ihm als Köder Braten hin und Wein,
und er, sehr hungrig, fiel auf diesen Trick herein.

Nach gutem Wein schlief er fest ein,
gefesselt ist er aufgewacht,
er konnte sich nicht mehr befrei'n,
die Leute haben ihn bewacht.

Für seine Freilassung wollten sie ein Geschenk,
erfüllte er den Wunsch, dann wär er frei,
so dürfte er wieder von dannen ziehn,
wenn er das brächte auf die Reih'.

Der Wassermann drauf meinte:
„Nun wählet bitte schnell!“
So er den Menschen sagte:
„Hab einiges zur Stell'.

Ein gold’ner Fuß bald schwinden muss.
Ein silbernes Herz, die Zeit verzehrt’s.
Ein Eiserner Hut, hält lang und gut.
Erwägt es klug, dann habt genug!”

Für'n eisernen Hut entschieden sich die Leut',
der Wassermann zeigte auf den Erzberg hin,
die Menschen haben es bis jetzt noch nie bereut,
seitdem ist Eisenerz dort stetig ein Gewinn.

Den Menschen ist bis heute klar,
dass kein Betrug es jemals war;
des Wassermannes Spruch ist wahr,
gibt Eisen dort für immerdar.



© Adalbert Nagele

Wassermannloch – Foto © by Adalbert Nagele

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