Johannes Attenkofer

Käfer

Ein Blatt des Herbstes treibt im Meer,
die Wellen schlagen ringsumher.
Ein Ausweg, der ist nicht zu sehn,
das Blatt wird sicher untergehn.

Mit Lupe nur wär zu erkennen,
das kleine Wesen darauf rennen.
Sie trippeln hastig, sind beschäftigt,
kein Tropfen scheint ihnen verdächtig.
Sie bauen, von Natur verlangt,
sich Unterschlupfe, wie an Land.
Sie fühlen, freuen, finden Sinn,
von außen seh ich, kein Gewinn
ist möglich für die kleinen Leute,
denn sicher bald werden sie Beute
vom meerestiefen, blauen Schwarz.

Soll ich die Tragik nun betrauern?
Bedeutungsloses Sein bedauern?
Oder mich freu'n über ihr Leben?
Ihr unwissend nutzloses Streben?

Persönlich fällt es mir sehr schwer,
ich finde keine Freude mehr,
seitdem ich dieses Schicksal kenn.

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