Horst Fleitmann

Gedanken eines Wartenden

Wie schmachte ich, Du holde Maid,
wenn Du so lang nicht bei mir bist.
Die Uhr schleicht sich so durch die Zeit,
bis es dann wieder Sonntag ist.

Ich würde gern an diesen Tagen,
an denen Du mir ach so fehlst, 
mich möglichst zu verwandeln wagen,
weil Du mich noch und noch beseelst.

Lass mich, in Deinem Haar der Kamm,
der selbiges in Form bringt, sein.
In Deinem Mund wär ich gern Lamm,
das Du genüsslich dort führst ein.

Wär ich die Sohle Deines Schuh's,
spürte ich Deinen edlen Gang.
Wär ich dann abgenutzt, warst  Du's
die auf mir stand, oft stundenlag.

Ein Postwertzeichen wär ich gern,
das Du benetzt mit Deiner Zunge.
Wär ich die Luft in Nah und Fern,
fühlt' ich mich wohl in Deiner Lunge.

Wär in der Dusche ich der Schwamm,
mit dem du Dich des Morgens wäschst,
wär das schon geil und ich ersuch
dass Du mich nicht links liegen lässt.

Wenn dann Dein Tagwerk fertig ist
und Du am Abend Tee Dir trinkst,
wär ich drin Zucker der mit List
Dir durch die Kehle abwärts sinkt.

Durch Speiseröhre, Magen, Darm,
ging Dir ein Teil von mir ins Blut.
Das hätte für mich wirklich Charme
und endlich wäre alles gut.

Ist es dann Sonntag auf einmal,
an dem möchte ich eins nur sein:
Der erste warme Sonnenstrahl
der in Dein Schlafgemach dringt ein...

Und wenn es regnet oder schneit,
vielleicht der Himmel ist verhangen,
dann warte ich und wär bereit
noch ein paar Strophen anzuhangen.  

© Horst Fleitmann, 2019

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