Bernhard Pappe

Der Narrenthron


Dort stand er, der ungenutzte Narrenthron.

Im weiten Rund war niemand, der Anspruch auf ihn erhob.

Warum war er so ungeliebt?

Fehlte es an Mut?

Stand gar getarnte Angst hinter benachbarten Bäumen?

 

Gewiss, da war kein weicher Sitz, der zum Besteigen einlud.

Ein Narr, und nur ein Narr, würde Platz nehmen können, um die Wahrheit zu verkünden.

Gab es nicht genügend Unsägliches und Unerhörtes, was der Verkündigung aus des Narren Munde lohnte?

 

Gewiss, ich brächte ausreichend Mut auf, um jenen Thron zu besteigen.

Reiz und Risiko sprangen auf ihre Waagschalen und wogen einander ab.

Ich will‘ s verkünden, der Reiz gewann und ich die erklomm die Stufen, die mich wahrlich nicht hoch hinaufführten.

Einen tiefen Fall schloss das nicht aus, nach dem Aussprechen des Unsäglichen, nach dem Aufschreiben des Unerhörten.

 

So schmiedete ich Unsägliches und Unerhörtes in meine Wahrheit um, sie zu verkünden vom Throne herab.

Herablassung, rief da jemand.

Ja, ich lasse mich herab, meine Wahrheit zu verkünden. Dies ist nur meine Wahrheit und es wird meine Wahrheit bleiben.

Ihr mögt eine andere haben.

Es steht euch frei, sie zu verkünden – es bedarf des Thrones nicht.

 

Eine Bitte habe ich – nein, es ist eine Forderung:

Hierbei seien eure Worte frei von Häme und Gewalt und hoch angefüllt mit Respekt.

 

© BPa / 08-2019

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 25.08.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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