Patrick Rabe

Im Sanatorium des Teufels

 

Ich war in den Kellern, wo man

Menschen auseinanderschraubt,

Blutsuppe war auf den Tellern,

Zombies mampften, dumpf ertaubt,

für Gesang von Gottesvögeln,

Engel atmete man ein,

schiss sie durch die Eingeweide,

trank sie aus, als schwarzen Wein.

 

Abends gab es Einreibungen

mit verfaultem Zombieeiter,

Ghule beteten in Zungen

Kacke von der Hühnerleiter.

Und die Schwestern waren sexy,

bliesen allen Ärzten einen,

ging das Schwesternzimmer zu,

tönte Grunzen, wie von Schweinen.

 

Die Patienten reihenweise

starben weg, so wie die Fliegen,

wurden neu belebt mit Scheiße,

um den Tod nicht zu besiegen.

Bibeln raspelte man mittags

in den Haferschleim hinein,

Jesus brach man froh das Rückgrad,

sollte nicht im Wege sein.

 

Glatzköpfigen Nazizombies

duschte man raus das Gehirn,

schleuste sie im Bundestag ein,

gut getarnt in feinem Zwirn.

Und die Alte mit Rollator

geiferte auf Merkel zu,

riss ein Messer aus der Tasche,

schlachtete die CDU.

 

Und Herr Gott auf seiner Wolke

sprach: "Da geh ich nie mehr hin!" ,

zog sich durch die Nase Molke

und verbarg den letzten Sinn.

Da bestieg sein Sohn halb irre

einen alten Krankenwagen:
"Woll'n wir mal die Welt befreien,

ganz so wie in alten Tagen!"

 

Und er fährt, Blaulicht aufblendend

und sirenenheulend los,

jedes Straßenbild beendend

im Totalverkehrschaos.

Und er rast in Satans Klinik,

und der Wagen explodiert,

er erhebt sich wie der Phoenik,

neu aus Schrott regeneriert.

 

Und das Bleibende erschafft dann

eine neue, schöne Welt,

und erstaunt und fragend gafft man

auf den Schlüssel, den er hält.

Und er geht so weihevoll

damit zu dem Pillenschrank,

endet Haar und Ochsenzoll,

niemand ist mehr psychisch krank.

 

 

 

© by Patrick Rabe, 27. August 2019, Hamburg.

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