Manfred Sander

Klagelied der Erde

Traurig sagte Mutter Erde zu dem Schöpfer dieser Welt,

mach daß ich bald sterben werde, weil es mir nicht mehr gefällt.

Denn der Mensch, den du geschaffen, ist ganz außer Rand und Band,

gierig will er alles raffen und zerstört so Luft und Land.

 

Mein Körper hat schon viele Wunden, die der Mensch mir beigebracht,

und er hat auch dort gefunden, was ihn froh und glücklich macht.

Silber, Gold und Diamanten hat man meinem Leib entnommen,

von allem was die Menschen fanden hat man nie genug bekommen.

 

Nach Eisen, Kohle und Uran, da wurde tief gegraben,

man hat mir ständig weh getan, es war kaum zu ertragen.

Und will der Mensch mal Gift entsorgen, dann denkt er gleich an mich,

tief in mir wird es lang verborgen, so leicht macht man es sich.

 

Mein schönes früher saub’res Meer mit Plastik ist beladen,

ich rate keinem Wesen mehr in dieser Brüh’ zu baden.

Auch all die Fische groß und klein, die in dem Wasser leben,

es wird demnächst ihr Schicksal sein, es wird sie nicht mehr geben.

 

Und all die Bäum’ auf meinem Boden, die Lebensquelle uns’rer Luft,

die will der Mensch zum Großteil roden, und gräbt sich selber seine Gruft.

Die Gletscher sterben auf den Bergen, und an den Polen schmilzt mein Eis,

es läßt sich daher nicht verbergen, daß unser Klima ist zu heiß.

 

Selbst über mir im Weltall schweben Müllberge, die sich um mich dreh’n,

auf mir kann keiner künftig leben, wenn so die Dinge weitergeh’n.

Wenn nur Gewinn und Profit zählen auf Kosten unserer Natur,

dann muß dem Mensch der Durchblick fehlen, von Zukunftsdenken keine Spur.

 

Da sagte unser Herrgott leise, hör zu du heißgeliebte Erde,

ich halte es gar nicht für weise, wenn ich den Wunsch erfüllen werde.

Als ich den Menschen einst erschuf, um auf dir zu leben,

gab ich ihm doch auch Verstand, den soll er jetzt erstreben.

 

Und nutzt er diese Chance nicht, send’ ich in ein paar Jahren

das biblische „Jüngste Gericht“, du wirst es dann erfahren.

Doch setzt er ein seinen Verstand und ändert sein Verhalten,

dann wird dies von mir anerkannt und du bleibst uns erhalten.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 28.08.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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In meinen Gedichten, schreibe ich mir meine eigene Realität, meine Träume auch wenn sie oft surreal, meistens abstakt wirken. Schreiben bedingt auch meine Sprache, meine Denkmechanismen mein Gefühl für das Jetzt der Zeit.

Ich vernehme mich selbst, ich höre tief in mich rein, bin bei mir, hier und jetzt. Die Sprache ist dabei meine Helfershelferin und Komplizin, wenn es darum geht, mir die Wirklichkeit vom Leib zu halten. Wenn ich mein erzähltes Ich beschreibe, beeinflusse, beschneide, möchte ich begreifen, wissen, welche Ursachen Einflüsse bestimmte Dinge und Menschen auf mein Inneres auf meine Handlung nehmen, wie sie sich integrieren bzw. verworfen werden um mich dennoch im Gleichgewicht halten können.

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