Patrick Rabe

Gottes Kind

 

Sag mir, wo bist du hingegangen,

ich will dich wiedersehn, mein Kind.

Du frierst, doch über deine Wangen

weht sandig heiß der Wüstenwind.

 

Es fiel das Glas aus deinen Händen,

der Stein im Herzen in den Sand,

nun kannst du frei die Liebe senden

in Todestäler, an den Rand,

 

wo Menschen stehen ohne Nahrung

ganz nackt vor einem Flammenschwert,

dein Blick, er schirmt sie wie Bewahrung,

die Lohe hat sie nicht versehrt.

 

In deiner Nähe wird das Feuer

zu Lebensgeist, der schützt und wärmt,

du sammelst nicht in deine Scheuer,

blühst auf dem Feld, obwohl es lärmt

 

Wie Autohupen, Rasenmäher,

Granaten, Bomben, Kriegsgeschrei.

Die Kruste um dich brach viel eher

als sie den Frieden. Du bist frei.

 

Dein Herz hat eine Liebste in sich,

für die es sich so treu aufspart,

darum erschließt der ganze Sinn sich

den Pilgern, die sich dir genaht.

 

Du bist zu ihnen hingegangen,

den Menschen, die noch Menschen sind,

sie streicheln deine Rosenwangen,

du bringst ihnen des Geistes Wind.

 

 

 

© by Patrick Rabe, 27. August 2019, Hamburg.

 

 

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Gottes Zelt: Glaubens- und Liebesgedichte von Patrick Rabe



Die Glaubens-und Liebesgedichte von Patrick Rabe sind mutig, innig, streitbar, vertrauens- und humorvoll, sie klammern auch Zweifel, Anfechtungen und Prüfungen nicht aus, stellen manchmal gewohnte Glaubensmuster auf den Kopf und eröffnen dem Leser den weiten Raum Gottes. Tief und kathartisch sind seine Gedichte von Tod und seelischer Wiederauferstehung, es finden sich Poeme der Suche, des Trostes, der Klage und der Freude. Abgerundet wird das Buch von einigen ungewöhnlichen theologischen Betrachtungen. Kein Happy-Clappy-Lobpreis, sondern ein Buch mit Ecken und Kanten, das einen Blick aufs Christentum eröffnet, der fern konservativer Traditionen liegt.

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